Nun ist es passiert...

    • Hallo zusammen. Gestern hatte ich nervlich nicht die Kraft, zu schreiben, wie es Darleen wirklich ergangen ist.
      Als ich von der Arbeit kam, dachte ich,ich sehe nicht richtig. Darleen total zerzaust, der rechte Flügel total blutverschliert, ethliche Federn fehlen ihr dort und ein fetter luterguss leuchtete mich an. Sie saß da wie ein Häufchen Elend. Und konnte keinen Kot absetzen. Sie hatte es immer wieder versucht.

      Ich war völlig entsetzt und habe meinen Mann angepflaumt, dass er da nichts gesagt hat. Er verteidigte die Tierärztin jedoch, dass Darleen (ist bekannt) sehr sehr wehrhaft ist und unser Transportkäfig ja nur eine kleine Öffnung hat. Auch mit Cuckoo hatten die sich damals schon schwer damit getan.
      Mir ist sowas unbegreiflich.

      Heute Morgen sah Darleen nicht besser aus und ihr Nacht-Kacki enthielt Blut. Sie verweigerte heute Vormittag Futter und Wasser.
      Also bin ich los, habe bei Zoo & Co. in der Nähe eine neue Transportbox gekauft und bin dann zum Fauenarzt, wo ich ewig warten musste.

      Dann habe ich meinen Mann gebeten Mittag Schluß zu machen, habe meine Termine abgesagt und bin nach Hause geeilt. Von unterwegs habe ich noch in der TihO unser Kommen angekündigt. Da die Offene Sprechstunde vorbei war und kein Termin frei war, sollten wir möglichst um 3 Uhr da sein.
      Das klappte auch.

      Dr. Legler hat Darleen gründlich untersucht. Er hat auch die Tierärztin in Schutz genommen und das bestätigt, was mein Mann zu ihrem Schutz vortrug. Er sagte auch, dass gerade Nymphensittiche äußerst zappelig sind und genau die ohnehin empfindlichen Stellen der Flügel da schnell mal bluten. Es sähe schlimmer aus als es ist, so auch bei Darleen. Der Bluterguss kommt von der Blutabnahme für PBFD. Das müsste man aber nicht mit Blut abnehmen machen. EIne Feder ziehen hätte genügt. Ihr fehlen aber am rechten Flügel nun jede Menge Schwungfedern, das fand auch er zuviel. Das wäre nicht nötig gewesen. Da Darleen aber rupft könnten einige auch daher schon gefehlt haben. Fliegen konnte sie am Sonntag aber noch.

      Dr. Legler hat sich beide Eier angesehen und die Kotprobe die ich noch eingesammelt hatte natürlich auch. Dann hat er sie gewogen, geröntgt und schonmal ohne uns zu fragen, ihr eine Kalziumspritze gegeben. Das war natürlich in unserem Sinne. Und was er uns erst hinterher sagte: sie hat auch gleich Testosteron mit der Kalziumspritze bekommen. "Ich muss gestehen"sagte er. Aber das Testosteron war nötig.

      Darleen hat, wie jede Henne, die legt, starke Kalziumeinlagerungen in den Oberschenkeln. Aber sie hat auch, und das ist nicht normal, zuviel Kalzium in den anderen Knochen (Oberarme und Schienenbeine hauptsächlich). Das kommt dann vor, wenn der Körper Oestrogen produziert, der Vogel aber nicht legt, weil die Bedingungen nicht gegeben sind. Wir müssen nun viel Kalzium geben. Calci-Lux höher dosieren oder Calzium Frubiase Ampullen. Dazu komme ich gleich! VitaCombex ist gut. Also alle 2 Tage im Wechsel Kalzium und Vitamine.

      Darleens erstes Ei hatte eine ganz dünne, sehr rauhe Schale. Es wäre nicht richtig beschalt, sagte Dr. Legler. Das Zweite, was die Tierärztin heraus holte, war etwas kleiner, glatter und besser beschalt. Es wäre aber bei Darleens erkennbarern Kalkeinlagerungen sehr klar, dass das zur Legenot führen musste.

      Ein Ei ist jetzt noch als Folikel erkennbar. Das kommt aber vielleicht durch die Testosteron-Gabe nun nicht mehr. Im Legedarm ist nun nichts mehr.
      Wenn es doch kommt und sie sich dafür nicht interessiert, dann weg nehmen. Wenn sie es sucht, da lassen und ihr ggf. sogar dann einen Nistkasten geben, damit sie stressfrei ihre 5-6 Eier legt.

      So: Während ich hier so schreibe, kommt von meiner Apothekerin Freundin eine Whatsapp, dass man für Calzium Frubiase Ampullen nun ein Rezept braucht. Ich werd ja nicht wieder!

      Was nun wichtig ist, ist dass wir ihr weniger Birdlamp UV Licht bieten und einen Jahreszeitenwechsel simulieren. Stubenvögel haben ja quasi Rund ums Jahr den gleichen Lichtspiegel und das nahezu gleiche Futter, auch die Temperaturen sind ja immer ungefähr gleich. Das ist jedenfalls die Fachmeinung Dr.Leglers.
      Im Sommer soll sie nun mehr UV Licht bekommen als im Winter. Futter bekam sie ja nur während Cuckoos Krankheit so reichhaltig, was dann auch jetzt zur Legetätigkeit führte. Das Oestrogen war offenbar schon länger zu hoch, sonst wäre nciht so viel Kalzium in den Knochen.
      es grüßt Euch Denni
      mit Darleen :nymph1:
    • sorry, dass ich hier erstmal noch nicht genauer antworte, Denni und ich hatten uns schon kurz per Konversation ausgetauscht.

      Zu dem Grundproblem des andauernden Hyperöstrogenismus, das eine polyostotische Hyperostose zur Folge haben kann, - meine Motte hat dasselbe Problem - später mehr.
      Aber schon jetzt, um niemanden in Panik zu versetzen (ich wars damals): es muss nicht zwingend, wie auf birds-online beschrieben, einen Krüppelvogel zur Folge haben.

      Die Einlagerungen IN die Knochen sind reversibel!

      Erst bei einem Stadium, wo Kalk schon in Gelenke und auf den Knochen ein-/angelagert wurde, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen.
      Ich war mit Motte da vor anderthalb Jahren sehr panisch.
      Mittlerweile ist das durchs rechtzeitige Erkennen und Gegensteuern fast wieder normal.

      Dass dies eingelagerte Kalzium aktuell nicht für Eischalen und Muskulatur zur Verfügung steht, ist das aktuellere Problem, es muss dadurch mehr Kalzium ergänzt werden als bei einer "normalen" legenden Henne.
      Ich drück schonmal die Daumen, dass kein Ei mehr kommt, denn das ist wirklich nicht schön, ich habs hier bei Mottes 4 Eiern und stets am Limit mitgemacht.
      Die Chaostruppe: Momo :flug: Mumm :flug: Merlin :flug: Motte :flug: Maya :flug: und ihre Federlose
      Unvergessen: Murmel, Tweety, wo immer Ihr seid - Lucky :engel: 2015?-2016, ewig im Herzen <3 Merline :engel: (2005-2013) <3
      Und in fassungsloser Trauer um Minim ;(
      __________________________

      Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast
      Saint-Exupéry

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    • So jetzt nochmal ausführlicher - soweit es mir möglich ist. Denn über wirklich alle Faktoren, die dazu führen, bin ich mir auch noch nicht im klaren.
      Immerhin hab ich hier zwei Hennen, die Nestgeschwister sind, beide nicht verpaart sind, unter den gleichen Bedingungen leben , das gleiche Futter bekommen - und eine hat diesen Hyperöstrogenismus und die andre nicht.

      Ersteinmal drücke ich ganz fest die Daumen, dass der Follikel nicht mehr zum Ei wird.
      Denn ganz leicht ist die Entscheidung zum Brütenlassen ja auch nicht.

      Es hieße ja dann zum einen , dass sie ihr Gelege vermutlich voll macht, also erstmal noch weitere Eier, für die sie aus den Knochen kein Kalzium ziehen kann.
      Da muss dann bei ihr alles während des Legens ergänzt werden, wo andre Hennen zumindest zum Teil auf die eingelagerten Reserven zurückgreifen können.
      Das war bei Motte, bei der zum Diagnosezeitpunkt (auch nach einem schlecht beschalten Ei und einem zu kleinen, und Legeproblemen knapp an der Grenze zur Legenot) ein Ei im Legedarm war, und auch noch ein sichtbarer Follikel, mit ihren dann insgesamt vier Eiern schon kein Zuckerschlecken. Ei drei nach der Kalziumspritze ging so, Ei vier war eine ziemliche Quälerei.
      Brütenlassen war hier kein Thema, weil sie wirklich gar ein Interesse an den Eiern hatte . Sie war nur froh, wenn sie sie los war und es ging ihr nach jedem sehr lange nicht besonders gut.
      Wäre bei ihr nach Ei vier dann nicht Schluss gewesen, wär ihr ein Implantat gesetzt worden.

      Zum andren ist eine Brut ohne Partner schon auch belastend. Dauerlegerin Merline musste ich immer mit sanfter Gewalt von den Eiern heben, damit sie überhaupt zum Fressen und Kotabsetzen gekommen ist.
      (den Teufel ihrer Bruten mag ich nicht an die Wand malen, sie hat schon nach der Hälfte der eigentlichen Brutzeit das nächste Gelege begonnen. Ich denke, das ist aber etwas eher Ungewöhnliches - normal sollte Dr. Leglers Ansatz, , dass sie dadurch in den Hormonstatus "Brut" kommt und damit den Hyperöstrogenismus verlässt, schon greifen)

      Die Sache mit dem simulierten Jahreszeitenwechsel hatte er mir bei Motte noch nicht so genannt, auch wenn es schon Thema war, das Aussenvolierenvögel von Züchtern mit dem Jahreszeitenwechsel und ein, zwei Jahresbruten eben einen andren Wechsel im Hormonstatus haben als unsre Wohnungsvögel.
      Sie scheinen sich da an der TiHo grad mit dem Thema auseinanderzusetzen, im WP -Magazin Nov/Dez war ein Artikel einer Kollegin von ihm drin, die als Auslöser neben reichlichem Nahrungsangebot , möglichen Bruthöhlen und brutigen Partnern (ich ergänze mal auch brutige Schwarmgenossen), ebenso den fehlenden Jahreszeitenwechsel aufführte.

      Ich glaube,über das Thema Birdlamp werde ich mit ihm dann auch nochmal reden müssen, - als ich das erste Mal fragte, welchem Birdlampansatz er für den richtigsten hält (es gibt da sehr unterschiedliche Ansätze, was am besten ist), meinte er noch, besser gar nicht, weil das Mottes Brutigkeit zusätzlich anheizen würde.

      Ja, ich denke auch, dass sich das bei Darleen schon über einen längeren Zeitraum entwickelt haben muss.
      Bei Motte waren die Flügelknochen noch nicht betroffen - und sie war davor bestimmt ein Jahr dauerbrutig gewesen.
      Glück für beide, dass es noch frühzeitig diagnostiziert wurde.

      Als ich für Motte die Diagnose polyostotische Hyperostose bekam, (die erwähnte Kollegin schreibt jetzt von Osteomyelosklerose) und rumgefragt und recherchiert habe, bin ich nur auf Welli-und Nymphenhennen im schon fortgeschrittenen Stadium gestoßen, die dadurch bereits massiv gehandicapt waren, und konnte auf birds-online nur eine vernichtende Prognose finden:
      birds-online.de/gesundheit/ges…es/knochenverhaertung.htm
      Das unterscheidet sich sowohl beim Thema Auslöser als auch der Prognose deutlich von dem, was die TiHo mittlerweile sagt.
      Solange "nur" das Knocheninnere betroffen ist und es noch keine Kalkeinlagerungen in die Gelenke und Kalkauflagerungen auf den Knochen gibt, sind die Kalkeinlagerungen auch noch reversibel.
      Motte wurde im Wechsel mit Antibrutigkeitsmaßnahmen,und (durch den Hyperöstrogenismus viel zu kurz wirkenden, zudem bei ihr nicht besonders gut verträglichen ) Implantaten behandelt.
      (zuletzt hatte ich lange eine gute Wirkung mit einem Homöpathikum - seit Weihnachten allerdings ist auch die hinüber, und ich bin grad wieder ratlos)
      Wir haben sie vor jedem Implantat schon in der Narkose geröntgt, - zur Sicherheit, ob wirklick kein Ei im Anmarsch ist, und zur Kontrolle ihrer Niere und ihrer Knochen. Beim Röntgen zum letzten Implantat hatten sich die Knochen ganz deutlich gebessert).
      Für Darleen von Interesse könnte noch die Feststellung sein, dass der hohe Östrogenspiegel auch die Mauser hemmt und damit zu Befiederungsstörungen führen kann.

      (An dem Punkt PBFD-Test möchte ich widersprechen. Die reinen Federtests haben sich wiederholt als sehr fehlerträchtig erwiesen.
      Leider wusste ich das bei meinen noch nicht, als ich sie habe testen lassen.
      Kombinierte Blut-Federtests bringen prozentual häufiger richtigere Ergebnisse . Noch genauere allerdings, wenn nicht allein die Virus-DNA per PCR-Test untersucht wurde, sondern auch ein Test auf Antikörper mit bei ist .
      Leider scheint dieserAntikörpertest bei dem deutschen Labor, das den bisher gemacht hat , derzeit wegen eines Geräteausfalls immer noch nicht wieder möglich zu sein, (so dieser Stand noch stimmt) und nur wenige Tierärzte haben noch ausländische Labore an der Hand, die das machen.
      Aber auch so ist in meinen Augen eindeutig aussagekräftiger, dass das bei Darleen mit Bluttest gemacht wurde - wenn auch nicht schön, dass es dann noch diesen Bluterguss gebracht hat.) .





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      Saint-Exupéry
    • Guten Morgen Karine,
      vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Von Dir kann ich viel über Darleens Problem lernen, da Du diese Erfahrungen ja schon machen musstest. Für mich ist das alles Neuland.

      karine schrieb:

      Wäre bei ihr nach Ei vier dann nicht Schluss gewesen, wär ihr ein Implantat gesetzt worden
      Du meinst ein Hormon-Implantat, oder? Für Darleen hat Dr. Legler das nicht angesprochen und ich habe es vergessen.

      karine schrieb:

      Die Sache mit dem simulierten Jahreszeitenwechsel hatte er mir bei Motte noch nicht so genannt, auch wenn es schon Thema war, das Aussenvolierenvögel von Züchtern mit dem Jahreszeitenwechsel und ein, zwei Jahresbruten eben einen andren Wechsel im Hormonstatus haben als unsre Wohnungsvögel.
      Naja, mein Mann hat es gefragt, nachdem Dr. Legler sagte, dass diese Lampen die Brutigkeit fördern.
      Wir haben unsere, da ja WInter ist, nun auf ein Zeitfenster in den Mittagsstunden eingestellt. Die anderen haben wir erstmal gecanclet.
      Nun können wir nur abwarten.

      karine schrieb:

      Für Darleen von Interesse könnte noch die Feststellung sein, dass der hohe Östrogenspiegel auch die Mauser hemmt und damit zu Befiederungsstörungen führen kann
      Diese Blutentnahme hat Dr. Legler erstmal nicht gemacht, um ihr nicht noch mehr piekser zu verpassen und das Blut vom Tag vorher muss ihr kleiner Körper ja auch erstmal nach bilden. Die TÄ hier käme auf soche Ideen garnicht.
      es grüßt Euch Denni
      mit Darleen :nymph1: