Nachwuchs

    • Moin.
      Wollte mich mal wieder melden. Vielleicht wisst ihr es noch, ich hatte unsere Perla gefunden und viel Hilfe von euch bekommen.
      Dann ist Paul noch mit eingezogen und inzwischen haben wir Nachwuchs. Nach jahrelang erfolgreichen „Eierdiebstahls“ hörte Perla nicht auf zu legen, nur mit sehr kurzen Unterbrechungen. Haben uns dann entschieden, nach langer Suche für ein neues Zuhause, Perla und Paul brüten zu lassen. Haben aber von Anfang an nicht eingegriffen, was überlebt überlebt, keine Handaufzucht usw. Was soll ich sagen, 4 sind geschlüpft und eines hat überlebt. Sie füttern es fleißig und nun ist er schon ü6 Wochen alt. Eine aufregende Zeit, mit der Hoffnung die Eltern haben erstmal die „Schnauze“ voll. Leider hat Perla schon wieder gelegt, 8 Stück! Haben alle ausgetauscht. Wir können es nicht übers Herz bringen den Vögeln ein Gitter in den Käfig zu machen,quasi ohne Sandboden (ihr Brutplatz) oder ein karges Umfeld zu gestalten, was oft als Tipp gegen Eierlegerei genannt wird. Familie Nymph ist wohl auf. Die Eltern machen es super, jedenfalls was ich als Laie beurteilen kann. Versuche mal 2Fotos anzuhängen. Bis bald
    • Inseljupp schrieb:

      Haben aber von Anfang an nicht eingegriffen, was überlebt überlebt, keine Handaufzucht usw. Was soll ich sagen, 4 sind geschlüpft und eines hat überlebt
      Das finde ich, wenn man sich schon zur Zucht entscheidet, eine sehr traurige Herangehensweise. (nach vielen Eiern in Serie ein ohnehin heikles Unterfangen, weil dies die Gefahr eines Kalziummangels und damit der Kükenrachitis erhöht.....)
      Ihr habt entschieden, dass diese kleinen Leben schlüpfen, (habt ihr eine gründliche Brutvorbereitung gemacht?) damit habt Ihr auch die Verantwortung für ihre zerbrechlichen Leben in Eure Hand genommen - mit allem was dazugehört: Die Eltern ersetzen, wenn die diese Aufgabe nicht erfüllen können, Tierarztbesuche bei Kropf,-Verdauungs- und Knochenproblemen etc.
      Wenn man sich für das eine entscheidet, gehört das andre in meinen Augen dazu!
      Wenn eine Frau mit Neugeborenem keine Milch hat, soll es dann sterben? Statt Säuglingsnahrung per Fläschen zu geben?
      Unsere Wohnzimmer sind nicht die Natur. .

      Inseljupp schrieb:

      Wir können es nicht übers Herz bringen den Vögeln ein Gitter in den Käfig zu machen,quasi ohne Sandboden (ihr Brutplatz) oder ein karges Umfeld zu gestalten, was oft als Tipp gegen Eierlegerei genannt wird.
      Ja, Kotgitter kann hilfreich sein, ich hab mein eines aber auch noch nicht gesucht, ob es das noch gibt.
      Natürlich wäre das besser, als wenn Perla an Legenot stirbt - ein grausamer Tod.
      (Sand geben wegen der Staubproblematik für die empfindlichen Atemwege der Nymphen ja ohnehin die wenigsten als Einstreu)

      Das mit dem kargen Umfeld verstehe ich aber grad nicht: Es wird ja doch grad von viel Abwechslung gesprochen, damit die Vögel auf andre Gedanken als Höhlensuche oder Legen kommen - Voli umgestalten , Brutecken verbauen...., viel Beschäftigungsspielzeug.
      Karg sieht es nur bei manchen Züchtern aus, damit die Vögel nichts andres als Brüten im Kopf haben.

      Oder meinst Du die karge Nahrung? Ja , die ist nötig, denn wenns in der Regenzeit reichhaltig wird, wird halt gebrütet.
      Aber es kommen ja noch mehr Faktoren dazu, wie das Entfernen von Badewasser, die Verlängerung der Nachtruhe von 12 auf 14 , max. 16h, beim Futter nicht nur der zeitweise Verzicht auf Frischkost (zumindestt eiweißreiches Grün ), sondern auch ein sehr mageres Grundfutter, - dafür so viel Beschäftigung und Abwechslung des Enrichments wie möglich und eine optimierte Kalziumversorgung. (das ist jetzt natürlich alles nur Kurzform.)
      Wenn das ALLES und noch ein paar Dinge, die ich jetzt vielleicht übersehen habe, nicht hilft und zuviel gelegt wird, (Es gibt hyperöstrogene Hennen) steht vor dem Totlegen immer noch die Möglichkeit von Hormonen - ob Depotspritzen oder Implantate.
      Aber davor sollte man schon alles andre einem mögliche zur Reduzierung der Brutigkeit ausprobieren.

      Es geschieht oft, dass der Kükenaufzucht weiteres Legen folgt.
      Viele HalterInnen geben dann besonders gehaltvolles Futter (was nach Lebenswoche drei so nicht mehr massiv nötig ist, da bekommen sie von den Eltern bereits feste Körner).
      Damit ist dann die nächste Brutigkeit vorprogrammiert.

      Aber das wirst Du sicher besser wissen als ich, denn man lässt ja erst eine Brut zu, wenn man sich das entsprechende Fachwissen angeeignet hat.
      Und mein eigenes Wissen in Bezug auf Zucht und Aufzucht ist unvollständig - es reicht grad mal, um bei Kükennotfällen erste-Hilfe-Maßnahmen zu erklären.
      Die Chaostruppe: Momo :flug: Mumm :flug: Merlin :flug: Motte :flug: Maya :flug: und ihre Federlose
      Unvergessen: Murmel, Tweety, wo immer Ihr seid - Lucky :engel: 2015?-2016, ewig im Herzen <3 Merline :engel: (2005-2013) <3
      Und in fassungsloser Trauer um Minim ;(
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      Saint-Exupéry

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    • Wir haben uns nicht für eine Brut entschieden. Es ging darum, nach Empfehlung eines vogelkundlichen Tierarztes, die sehr sehr häufige Eierlegerei (Legenot) zu unterbinden. Mit eher mäßigem Erfolg. Alle deine Tipps haben wir schon versucht. Spiel-,bzw. Beschäftigungsmöglichkeiten haben unsere Vögel. Wir haben ständig neue Ringe an den Fenstern, Naturholzäste/Stämme zum Klettern, Seile quer durchs Zimmer immer wieder neu verspannt usw. Also Neues zu entdecken haben sie quasi täglich. Hat nichts geholfen. Die Nahrung haben wir fast vollständig auf mager umgestellt. Keine „fettigen“ Körnermischungen mehr. Ich lese ständig, es sei nicht artgerecht, Handaufzucht zu machen. Was denn nun? Lässt man die Natur machen, ist es nicht richtig, hilft man ist es auch nicht richtig. Dazu kommt, dass bei Erstaufzuchten immer mit Verlusten zu rechnen ist, da die Elternvögel noch nicht erfahren genug sind. Unsere Wohnzimmer sind nicht die Natur, vollkommen richtig, aber sonst möchte man doch alles so naturnah wie möglich gestalten, oder nicht?
    • Inseljupp schrieb:

      Wir haben uns nicht für eine Brut entschieden.
      Ja, was denn sonst? Auch die Entscheidung, Eier nicht fortzunehmen oder auszutauschen , ist eine Entscheidung zur Brut . Allerdings unter erschwerten Bedingungen, denn wenn die Eltern nicht optimal auf die Brut vorbereitet werden, kann es unter anderem zu Kalziummängeln schon ab Ei kommen, und Vogel dauerhafte Fehlstellungen einbringen, die zu viel zu frühen Arthrosen führen.
      Und dazu gehört dann ebenso, einen Kasten anzubieten - eine Bodenbrut mindert die Überlebensfähigkeit der Küken und die Annahme durch die Eltern ebenso erheblich.(mangelnde Luftfeuchte, aus dem Nestbereich geraten, dadurch auskühlen und Verdauungsstörungen bekommen , dadurch nicht mehr betteln und nicht mehr gefüttert werden etc. )
      Wenn man die zulässt, muss man dann wirklich schon extrem drauf vorbereitet sein, einspringen zu müssen, oft schon im Alter von wenigen Tagen. Das ist eine Herausforderung, ja.
      Wieso sollte das Leben eines dieser Küken weniger wert sein als das eines der Altvögel?



      Inseljupp schrieb:

      Es ging darum, nach Empfehlung eines vogelkundlichen Tierarztes, die sehr sehr häufige Eierlegerei (Legenot) zu unterbinden
      Dauerlegerei und Legenot sind nicht identisch. (meinst Du vielleicht den Begriff "Legezwang"?)

      Eine Dauerlegerei kann zur Legenot führen, da beim Dauerlegen der Kalziumspiegel für intakte Eischalen schwerer aufrecht zu erhalten ist. . Windeier führen häufiger zu Legekomplikationen, (Was auch Kloaken- oder Legedarmvorfälle sein können) und wenn zu wenig Kalzium im Körper ist, kann auch die Muskulatur nicht mehr genug Kalzium bekommen (die zum Legen gebraucht wird) .. Aus dem wiederholten Legen brüten zu lassen, erhöht ebenso die Gefahr einer Kükenrachitis.
      Aber auch der Versuch des Legens nur eines einzigen Eies, kann unter ungünstigen Bedingungen zur Legenot führen.

      Denn die Definition von Legenot ist, dass ein Ei nicht gelegt werden kann, unabhängig von der Ursache.

      (Meine Henne z.B. mit polyostotischer Hyperostose stand bei ihren ersten Eiern überhaupt schon ganz nah an der Legenot und hätte ohne Spritze in der Vogelklinik eine bekommen - das in die Knochen eingelagerte Kalzium stand im Unterschied zu andren Hennen dem Körper weder für Eischalen noch für die Muskulatur zur Verfügung, wie es physiologisch ist.) .

      Ist Euer Tierarzt Fachtierarzt für Vögel mit der entsprechenden Zusatzausbildung?
      (ja , dass selbst von diesen bei Dauerlegerinnen einige sagen , eine Brut zuzulassen, hab ich auch schon gehört.
      Aber nicht, dass sie raten, eine Bodenbrut zuzulassen oder die Küken sterben zu lassen)

      Auf wie lange habt Ihr die nächtliche Dunkelphase verlängert?

      Habt Ihr über ein Hormonimplantat gesprochen?

      Inseljupp schrieb:

      Ich lese ständig, es sei nicht artgerecht, Handaufzucht zu machen. Was denn nun?
      Da gibt es einen Riesenunterschied zwischen gewollter Handaufzucht und Nothandaufzucht.

      Die gewollte Handaufzucht:
      Zum Zweck vermeintlicher Zahmheit werden die Küken ihren Eltern mit in der Regel drei Wochen(also noch im Kasten, nachdem die Eltern das gröbste an Aufzuchtsarbeit geleistet haben) fortgenommen und vom Menschen allenfalls mit altersgleichen Küken bis zur Futterfestigkeit gefüttert, dann als superzahm verkauft.
      Diese Vögel haben keine Möglichkeit, artgerechtes Sozialverhalten von ihren Eltern oder im alters- und geschlechtsgemischten Schwarm zu erlernen.
      Wenn sie nicht gleich in Einzelhaltung abgegeben werden, dann oft zusammen mit ihren LeidensgenossInnen.
      Diese Vögel haben keine Möglichkeit, normales Sozialverhalten zu lernen.
      Verhaltensstörungen wie Schreien, Rupfen, und alle Arten von Aggression können die Folge sein, gegen sich selber, gegen die Artgenossen, gegen den Menschen.
      Deshalb ist diese Art der gewollten Handaufzucht nicht artgerecht,und auch nicht tiergerecht , das ist richtig. . Schon für die Eltern nicht, die ihrer Küken beraubt werden, für die Jungvögel nicht, deren Verhaltensstörungen so vorprogrammiert werden.
      Kommen solche Küken frühzeitig in einen alters- und geschlechtsgemischten Schwarm, können sie noch weitgehend resozialisiert werden - aber wieso hat man sie dann ihren Eltern fortgenommen?
      Eine gewollte Handaufzucht ist deshalb abzulehnen, weil sie Eltern wie Nachwuchs schadet, und eine Resozialisierung in diesem Fall ja meist gar nicht gewünscht wird - sie somit verhaltensgestörte Vögel bringt, ohne dass es ihnen irgendeinen Nutzen bringt, geschweige denn ihr Leben rettet.

      Die fachgerecht durchgeführte Nothandaufzucht ist etwas komplett anderes:
      Wenn die Eltern nur nicht füttern, aber wärmen, wird nur zugefüttert, die Kleinen bleiben bei den Eltern.
      Wenn die Eltern vorübergehend nicht füttern, übernimmt es für die Zeit der Mensch, oft werden sie nach einer Zeit wieder angenommen.
      (das kann mühsamer als eine gewollte Handaufzucht sein, denn je jünger die Küken, umso häufiger, auch die Nacht durch, müssen sie gefüttert werden. Das muss sich jede/r klarmachen , der/die züchtet . Und auch "nur" eine Brut ist bereits Zucht)
      Wenn die Eltern sich gar nicht mehr kümmern, (oder bei Krankheit der Küken) muss der Mensch einspringen bis zur Futterfestigkeit. Spätestens ab Ausfliegen werden die Kleinen aber wieder in den Schwarm integriert, damit sie von den Erwachsenen die normalen nymphentypischen Verhaltensweisen lernen.
      Musste die Nothandaufzucht durch Tod der Eltern durchgeführt werden, muss man einen entsprechenden Ersatzschwarm suchen, in dem die Kleinen resozialisiert werden. Besonders innerhalb der ersten Lebensmonate ist das noch gut möglich, noch im ersten Lebensjahr, können sie viel an artgerechtem Verhalten durch abschauen der Interaktion der andren lernen. Sie lernen artgerechtes Verhalten, durch Abschauen der Interaktion älterer und ihre eigene Interaktion mit ihnen. .

      Das ist NICHT der Fall , wenn sie nur mit andren Zwangswaisen wie in der gewollten Handaufzucht großwerden,

      Und genau das ist der Unterschied zwischen "artgerecht" und nicht "artgerecht". (Bei Haustieren sollte man ohnehin besser von "tiergerecht" sprechen)

      Es gibt Küken, die auch durch eine Nothandaufzucht nicht gerettet werden können - das ist traurig und mit einer der Gründe, weshalb man ganz von der Zucht absehen sollte.

      Aber jeder , der züchtet (ob einmal oder mehrfach) muss auf eine Nothandaufzucht vorbereitet sein (und die Behandlung von Spreizbeinchen, von Kropfinfekten etc. pp.) und wissen wie es geht. Sonst lässt man schlicht keine Brut zu .
      Wir sind nicht nur für die Altvögel verantwortlich, sondern auch für jedes dieser kleinen Leben.
      Sonst könnte man auch sagen, man muss mit den Altvögeln nicht zum Tierarzt - Tierärzte sind ja auch nicht artgerecht, .......


      Inseljupp schrieb:

      Dazu kommt, dass bei Erstaufzuchten immer mit Verlusten zu rechnen ist, da die Elternvögel noch nicht erfahren genug sind.
      Ein Grund mehr, wenn man brüten lässt/züchtet (auch nur eine Brut ist schon Zucht), sich selbst das Wissen anzueignen, wie man die Zwerge großbekommt, wenn die Eltern sich nicht/nicht ausreichend kümmern. Denn das ist dann Aufgabe des Menschen.

      Ist es nicht ohnehin eine merkwürdige Rechnung , für einen Nymphen (vorausgesetzt, eine zugelassene Brut hätte der Henne genutzt) drei andere Nymphenleben zu opfern ?


      Inseljupp schrieb:

      Unsere Wohnzimmer sind nicht die Natur, vollkommen richtig, aber sonst möchte man doch alles so naturnah wie möglich gestalten, oder nicht?
      Wo siehst Du unsere Haltungen naturnah?
      Nymphen leben in großen Schwärmen und nomadisch, legen oft mehrere hundert Kilometer pro Tag zurück.Bereits das Fliegen ohne Wohnraum oder AV drumherum sieht bei nur einem Kreisflug komplett anders aus.
      Das Nahrungsangebot in Australien unterscheidet sich grundlegend von dem hier (das einzige, was wir tun können, ist das Verhältnis von Eiweiß, Kohlehydraten, Fett nachzuempfinden).
      Sind Tierärzte naturnah?
      Ist unsere Art, sie zu beschäftigen, naturnah?
      Bei Wohnungshaltung unsere mickrige Beleuchtung?
      Wir lassen keinen Keilschwanzadler durchs Zimmer fliegen, um sie zu bewegen, oder?
      Wie wir sie hier "beschäftigen" , ist wichtig und sinnvoll, hat aber wenig mit ihrer natürlichen Beschäftigung zu tun, sondern ist nur Ersatz, wie alles.
      Unsere Vögel sind teildomestiziert, sie können draussen im Idealfall eine Weile überleben, ehe sie Opfer von Prädatoren werden.
      Aber gegenüber den wilden wären sie durch Zucht bereits an Lebensfähigkeit deutlich unterlegen.
      Die Chaostruppe: Momo :flug: Mumm :flug: Merlin :flug: Motte :flug: Maya :flug: und ihre Federlose
      Unvergessen: Murmel, Tweety, wo immer Ihr seid - Lucky :engel: 2015?-2016, ewig im Herzen <3 Merline :engel: (2005-2013) <3
      Und in fassungsloser Trauer um Minim ;(
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      Saint-Exupéry

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