Ab wann meinen Vogel einschläfern lassen?

  • Ich hab ein trauriges Thema und wollte fragen ob jemand von euch damit Erfahrung hat?

    Meine Nunu, 13 Jahre alt ist krank und wird vermutlich auch nicht mehr gesund, beim Tierarzt schon alles gemacht ...

    Sie hat von ca. 100 auf dzt. ca 80 Gramm abgenommen in den letzten 3 bis 4 Wochen, ist sehr ruhig, ein Flügel hängt und sie kann nur noch kurze Strecken fliegen, tut sie aber auch fast nicht. Isst wenig.

    Wenn ich sie raushole sitzt sie meistens auf mir und lässt sich kraulen. Manchmal läuft sie aber auch mit ihrem Partner noch ein bisschen am Boden rum, manchmal kuschelt sie auch noch in der Voliere mit ihm oder klettert herum.

    Ich gönne ihr jeden guten Augenblick ihres Lebens , andererseits will ich sie aber auf keinen Fall leiden lassen, vor allem nicht, daß sie Schmerzen hat.

    An manchen Tagen wirkt sie so schwach und krank, daß ich mir denke ich gehe am nächsten Tag mit ihr zum Arzt und lasse ihrem Leben ein Ende setzen und dann ist sie wieder fröhlicher, oder isst wieder ein bißchen mehr und ich denke, es geht eh noch...

    Wo würdet ihr da eine Grenze ziehen, woran erkenne ich, daß sie nicht mehr kann und will?

    Habt ihr eine Idee dazu?

    LG,

  • 13 Jahre alt ist krank und wird vermutlich auch nicht mehr gesund, beim Tierarzt schon alles gemacht ...

    13 Jahre ist ja erstmal kein Alter. Welche Erkrankung oder Erkrankungen hat sie denn, die sie so sehr abnehmen lässt?

    Ist auf Macrorhabdus Ornithogaster (vulgo Megas) auf Borna und auf Hefepilze im Kropf untersucht worden ?Auf Trichomonaden (die Vögel können durch die Beläge kein Futter mehr aufnehmen und immer mehr Vogeldocs untersuchen sie NICHT standardmäßig ,Giardien, Spirochäten, Würmer?
    Hat der Tierarzt die mehrjährige Zusatzausbildung zum Fachtierarzt für Vögel absolviert?

    will ich sie aber auf keinen Fall leiden lassen, vor allem nicht, daß sie Schmerzen hat.

    Schmerzen , ausser extreme, sind das geringste Problem, dafür gibt es ja Schmerzmittel.
    Starke Atemnot wäre ein Grund; ein Tumor , der keine Darmpassage der Nahrung mehr zulässt (auch keine Pellets , kein Kochfutter, keinen Brei). Beim irreversiblen Organversagen weiß ich auch nicht, wielang genau es vom "Aufgeben" des Vogels bis zum Tod dauert. (hab selbst eine ziemlich nierenkranke Henne, aber von Aufgeben ist sie weit entfernt).
    Und dann ist die Frage, ob in diesen womöglich nur noch Stunden der Stress der Fahrt zum Vogeldoc, fremde Umgebung, fremde Hand, Spritze im Körper,.......... nicht für den Vogel mehr Stress ist, als in Ruhe, in vertrauter Umgebung und beim Partner zu gehen.

    Solang sie noch Lebensfreude hat, brauchst Du nichts entscheiden, aber versuch am besten, Dir schon im Vorhinein die Frage zu stellen, welcher Stress in welcher Situation größer ist und wie lange er andauert.
    Vielleicht auch zusammen mit Deinem Fachtierarzt , der ja die Diagnose kennen sollte.

    Die Chaostruppe: Momo :flug: Mumm :flug: Merlin :flug: Motte :flug: Maya :flug: und ihre Federlose
    Unvergessen: Murmel, Tweety, wo immer Ihr seid - Lucky :engel: 2015?-2016, ewig im Herzen <3 Merline :engel: (2005-2013) <3
    Und in fassungsloser Trauer um Minim ;(
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    Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast
    Saint-Exupéry

  • Die Beschreibung klingt nach Pünktchen. Pünktchen hat schwer Arthrose, schon 2Zehen verloren und die dritte versuch ich gerade zu stabilisieren. Da sie Handzahm ist sitz sie häufig bei uns. Im Vogelzimmer passiert es zu schnell das sie runter fällt. Arthrose in den Flügeln macht auch das Fliegen schwer. Kurzstrecken ja.

    Ich hab das zimmer soweit umgebaut das sie vom Boden wieder hochkommt. Leiter klettern geht. Ich achte vielmehr auf sie. und versuch sie soviel wie möglich zu unterstützen. Sie bekommt eine Schmerztherapie so das sie keine Schmerzen hat.

    Liebe Grüße
    Siggi mit den Luftpiraten

  • Das ist eine ganz schwere Frage. Ich würde immer pro Leben entscheiden, wenn ich denke, dass mein Vögelchen noch Lebensqualität hat. Das hat sie m.E. wenn sie mit ihrem Partner unterwegs ist und auch mit ihm und euch kuschelt. Wenn sie nur noch anteilnahmslos herumsitzt und an gar nichts mehr Interesse zeigt, dann ist es eine berechtigte Frage. Insbesondere falls Schmerzmittel nicht helfen.

    Eine Tierärztin in Gießen meinte mal, wenn die Augen nicht mehr glänzen wäre es soweit. Ich habe dies aber nie bei meinen Spatzis gesehen. Einmal habe ich zu spät gehandelt. Ich hatte für den Nachmittag einen Termin zum Einschläfern, doch mein geliebter Jips ist morgens von der Sitzstange auf den Volierenboden gefallen und ich hatte mich mit ihm auf der Brust hingesetzt und geflüstert und gestreichelt, bis er nach ca 1 Stunde sich dann endgültig auf den Weg ins Hirseland gemacht hat. Das war im Dezember 2015 und während ich das schreibe, laufen mir wieder die Tränen übers Gesicht und ich frage mich, ob ihn zu lange habe leiden lassen.

    Sorry für den sehr emotionalen Beitrag....;(;(;(

    Grüße von Sylvie & Nymphiebande
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    Loulou :engel: (01.01.2012) & Momo :engel: (15.12.2012) & Nele :engel: (26.04.2014) & Jipsi :engel: (03.12.2015) & Coco :engel: (02.04.2022) & Filou (30.01.2023)

  • Einmal habe ich zu spät gehandelt. Ich hatte für den Nachmittag einen Termin zum Einschläfern, doch mein geliebter Jips ist morgens von der Sitzstange auf den Volierenboden gefallen und ich hatte mich mit ihm auf der Brust hingesetzt und geflüstert und gestreichelt, bis er nach ca 1 Stunde sich dann endgültig auf den Weg ins Hirseland gemacht hat.

    Ich weiß nichtmal, ob das zu spät war - oder ob es nicht genauso sein sollte, dass er in gewohnter Umgebung und umkuschelt gehen kann.
    Unsere Vögel spüren so viel, fast schon telepathisch, (da könnte ich verrückte Geschichten erzählen) - vielleicht hatte er Deine Abschiedsbereitschaft für den Nachmittag schon gespürt - und ist deshalb lieber auf diese friedlichere Weise gegangen.

    (meine Merline war stationär und hat sich da täglich mehr aufgegeben. Ich hätte sie gleich dort, an dem Ort, der für sie der pure Schrecken war, einschläfern lassen können, aber ich hab entschieden, sie extra nochmal nach Haus in die gewohnte Umgebung zu holen, Wir haben dann noch knapp 2 Stunden gekuschelt, ehe sie ihren Kopf (den ich zuvor stützen musste), noch einmal zum letzten Atemzug angehoben hat.
    Ich habe Wildvögel in häßlichem Todeskampf gesehen,, aber das war der das Einschlafen in Frieden, das ich ihr wenigstens zum Schluss noch geben wollte. )

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  • aber ich hab entschieden, sie extra nochmal nach Haus in die gewohnte Umgebung zu holen, Wir haben dann noch knapp 2 Stunden gekuschelt, ehe sie ihren Kopf (den ich zuvor stützen musste), noch einmal zum letzten Atemzug angehoben hat.

    Mit Cuckoo haben wir die Erfahrung gemacht, dass er gedacht haben muss, wir lassen ihn in der TiHo stationär um ihn los zu sein. Als wir ihn nach einer Woche abholten, hörte er unsere Stimmen und rief schon durch mehrere Räume nach uns. Sogar Dr. Legler fand es bemerkenswert, wie Cuckoo sich freute.
    Wir hatten ihn noch ein paar Wochen bei uns. Eingeschlafen ist er aber in der örtliche Tierarztpraxis in meinen Händen. Mein Mann hatte ihn schon einegepackt, mich dann bei der Arbeit abgeholt (ich habe extra früher Feierabend gemacht) und wir haben ihn dann einen Tag vor Heiligabend erlöst, nachdem er Monate lang krank war. Es ging dann einfach nicht mehr.
    Das zweit schlimmste Weihnachten meines Lebens. Das Schlimmste war die Krebsdiagnose meines Vaters, ein paar Tage vor Weihnachen 1988 sagte man ihm es würde nur noch Tage, maximal Wochen dauern.

    Meinen Cuckoo habe ich sehr geliebt. Er war mein Seelenvogel.;( Bin immer noch emotional aufgewühlt, wenn ich an den 23.12.2019 denke.