An alle meine Lieblinge

    • An alle meine Lieblinge

      Jerry

      Mein lieber Jerry,
      dein Tod heute vor vier Jahren hat mich überhaupt dazu gebracht, euch alle auf der anderen Seite der Regenbogbrücke grüßen zu wollen. Ich werde niemals vergessen, wie die Frau aussah, die an unserer Tür klingelte und uns sagte, sie habe einen toten Kater gefunden und die Nachbarn sagten ihr, es wäre unserer. Und wie mein Vater dann die Straße herunter kam, dich in den Armen. Wir haben dich in einen Karton mit einer Decke in den Keller gelegt, um Abschied von dir zu nehmen und du sahst so unglaublich friedlich aus.

      Woran genau du starbst, können wir nur schätzen, genau wie bei deinem Bruder Tommy zwei Jahre zuvor. Sicherlich seid ihr angefahren worden und dann an den inneren Blutungen gestorben. Den Stress einer Autopsie wollten wir euch beiden lieben Seelen nicht antun und euch lieber ganz in Ruhe und Frieden über die Regenbogenbrücke zu den anderen - Micky, Sammy und Trixie - gehen lassen.

      An deinen Bruder Tommy kann ich mich leider nicht mehr allzu gut erinnern, aber auch du, Tommy, warst mein Schatz, wisse das bitte.
      Du, Jerry, warst immer der Ruhepol in unserer Familie. Bis auf schlafen, fressen und kuscheln hast du nie viel gemacht. Am liebsten lagst du im Sommer auf der Terasse und hast bei uns geschlafen, solange wir auch draußen waren. Und du warst so eine friedliche Seele. Egal ob den kleinen Nachbarskater oder später unseren verspielten Flocke - du hast beide liebevoll aufgenommen und dich niemals in Revierkämpfe oder sonstige Streits verwickeln lassen. Nichtmal wenn Flocke zu weit mit dem Spielen gegangen ist und dich wirklich genervt hat, warst du lange böse. Er hat dann einen Klapps auf das Köpfchen bekommen ... aber mehr auch nicht.

      Ich werde nie vergessen, wie dein süßer Wabbelbauch - natürlich warst du einfach nur kräftig gebaut! - hin und her schwenkte, wenn du liefst. Und wehe, wir wollten dich auf Diät setzen. Das hast du sofort gemerkt und böse warst du dann auch. Aber wir haben uns beim Tierarzt erkundet, dein Gewicht war nie schädlich für deine Gesundheit.

      Ich hoffe, dir und Tommy geht es gut. Und ihr seid immer noch genau so unzertrennlich wie damals. Grüß' auch deinen süßen Neffen von mir. Vielleicht erinnerst du dich noch an ihn und wie er mit wenigen Monaten genau so tragisch starb wie ihr beide. Sicherlich seid ihr jetzt glücklich - du schläfst, der Kleine spielt und Tommy vergräbt immer noch ganz paranoid sein Essen und seine Milch vor den anderen Katzen im Katzenhimmel.

      Ich liebe euch.


      Flocke

      Geliebtes Flöckchen,
      vorletztes Jahr im Januar bist du einfach verschwunden und hast damit mein Herz gebrochen. Du weißt, dass ich alle unsere Katzen geliebt habe, aber dich ganz besonders. Du bist mit einem halben Jahr einem Altenheim zugelaufen und kamst schließlich über eine Vermittlungsstelle zu uns. Vielleicht erinnerst du dich noch an die Anfangszeit, in der du bei uns warst. Du warst sehr ängstlich, hast dich überall versteckt, dich nicht anfassen lassen. Aber dann, später, hat sich dein draufgängerischer Charakter gezeigt. Du hast dich viel mit anderen Katern (und Hunden!) geprügelt. Und hast immer verloren und kamst dann zu mir, um dich trösten und dir wieder Selbstbewusstsein einreden zu lassen. Du hast viel mit mir gekämpt, im Spiel natürlich, und das so wild, dass ich immer noch Narben von dir auf meinem Arm trage. Aber es hat mich nie gestört. Und du hast dich ja auch hinterher immer wieder entschuldigt und schuldbewusst an meinem Arm und meiner Wange geleckt.

      Wir hatten eine so besondere Beziehung zueinander. Ich war immer für dich da, wie ich schon sagte, wenn du gekämpft und verloren hattest ... aber du warst auch stets für mich da. Während der Trennung meiner Eltern und auch anschließend, als es mir jahrelang so schlecht ging, hast du angefangen, bei mir im Bett zu schlafen und bist auch tagsüber niemals von meiner Seite gewichen. Deshalb hat dein Verschwinden ein riesiges Loch in meinem Herzen hinterlassen und ich bin immer noch nicht ganz darüber weg, weil ich nie Abschied von dir nehmen konnte. Ich weiß, du hättest mich nie freiwillig verlassen, deshalb ... hoffe ich, dass dein Leben ein friedliches und schmerzfreies Ende hatte; vielleicht bist du ja auch angefahren worden und wolltest mir ersparen, dich so zu finden und hast dich deshalb versteckt? Und wenn dich jemand mitgenommen hat oder du dich verirrt und jemand anderem zugelaufen bist ... hoffe ich, dass du jetzt bei einer Familie bist, die dich so liebt, wie du es verdient hast.

      Ich liebe dich.
      P.S.: Auch wenn ich einige Zeit nach deinem Tod Roy bei mir aufgenommen habe und ihn sehr liebe, wisse, dass er kein Ersatz für dich ist! Dich wird niemals jemand ersetzen könen. Und ich werde Roy nie mehr lieben als dich, mein Schatz.


      † Buddy

      Mein Beschützer, mein Bruder, mein allerbester Freund,
      die Beziehung zwischen uns beiden wird nie jemand verstehen, niemals wird irgendjemand sehen können, wie besonders das Band war, das uns bis zuletzt zusammengehalten hat. Immerhin hat mich dein süßes Hundegesicht Tag für Tag angegrinst, seit meiner Geburt. 2015 bist du gestorben und ich kann immer noch nicht ganz begreifen, dass du, jemand, der mein ganzes Leben lang bei mir war, weg ist. Mama hat mir erzählt, dass du mich immer beschützt hast als ich noch ein Baby war und es selbst nicht konnte. Keiner durfte sich mir nähern, den du nicht kanntest. Du hast tagsüber beim Spazierengehen auf mich aufgepasst und auch Nachts neben meinem Bett geschlafen. Egal, wie sehr ich als kleines Kind an deinen Ohren oder an deinem Schwanz gezogen habe, du warst mir nie böse. Auch wenn es mir jetzt natürlich sehr Leid tut. Ich wusste ja nicht, dass dir das weh tut. Aber das konntest du auch erkennen und hast mich umso mehr geliebt, wenn ich auf dir durch die Wohnung geritten, hinter dir her gekrabbelt und dich von morgens bis abends gekrault und gekuschelt habe.

      2009 hatte man uns gesagt, du hättest einen Herzfehler und würdest maximal noch ein halbes Jahr zu leben haben. Aber du wolltest mich, meine Mutter und auch meine Schwester um keinen Fall verlassen und hast dich durchgekämpft. Bis du mit 17 Jahren schließlich zu alt wurdest, um weiter gegen deine Herzkrankheit kämpfen zu können. Bestimmt ein halbes Jahr lang warst du sehr krank, aber immer noch fröhlich und glücklich, obwohl du schon nichts mehr sehen und hören konntest. Und in dieser Zeit kamst du stets zu mir, hast eingefordert, dass ich nun für dich da bin und dich im Gegenzug beschütze. Und das habe ich immer. Das wusstest du auch.

      An dem Tag, an dem du weder laufen noch fressen noch irgendetwas anderes konntest, sind wir mit dir zum Tierarzt gefahren, Mama und ich. Du lagst vor dem Beifahrersitzt auf meinen Füßen, hast dich an mich geschmiegt und auch als Mama dich in die Praxis getragen hat, hast du mich nicht aus den Augen verloren. Es war als wüsstest du, dass der Tierarzt dich nur noch erlösen könnte und wolltest, dass ich im letzten Moment dabei bin. Dass wir Abschied voneinander nehmen konnten. Du warst ganz friedlich als man dir die Spritze gegeben hat und du langsam eingeschlafen bist. Ohh, Mama und ich haben so geweint. Aber du hast dich bis zuletzt an uns gekuschelt und uns angeschaut als wolltest du sagen: "Seid nicht traurig. Wir sehen uns irgendwann wieder."

      Grüß Luna von mir, wenn sie bei dir ist. Du weißt, wir beide hatten nie die beste Beziehung zueinander ... aber lass' sie wissen, dass ich auch sie sehr lieb hatte. Und ebenso tottraurig war als sie Anfang dieses Jahres einfach verschwand.

      Buddy, ich liebe dich sehr. Ich vermisse dich noch immer so furchtbar.
    • † Felix

      Süßer Felix,
      grüße bitte erst einmal meine kleine Yoshi von mir. Ich war damals zu klein, um mich richtig an sie zu erinnern. Aber ihr beide wisst, wie sehr ich mich über euch und euren Gesang den ganzen Tag lang gefreut habe. Und wie sehr ich euch geliebt habe.

      Ich habe dich als ich ungefähr sechs Jahre alt war zusammen mit Yoshi von einem Wellensittich-Züchter gekauft; Yoshi als "mein" Vogel und du als der Vogel "meiner Schwester", auch wenn sie natürlich damals noch nicht in der Lage war, sich richtig um dich zu kümmern. Du warst von den drei Wellensittichen, die wir hatten, immer der aufgeschlossenste und fröhlichste. Du kamst gerne auf meinen Finger und hast aus meiner Hand gefuttert, mir Liedchen vorgesungen und deinen Freiflug genossen, deine schüchterne Partnerin Yoshi auch immer dazu überredet, uns Menschen etwas aufgeschlossener zu sein - tatsächlich ist sie ja später auch ab und an auf meinen Finger gehüpft!

      Yoshis Tod hatte dich schwer getroffen. Du hast tagelang nach ihr gerufen, also war schnell klar, dass wir dir sofort eine neue Partnerin suchen mussten. Unsere liebe Postit wurde es dann letztendlich. Und wie glücklich du mit ihr warst. Positit war noch schüchterner als Yoshi, aber du warst ganz geduldig mit ihr. Anstatt auf meinen Finger zu kommen, wenn ich in in den Käfig gehalten habe, hast du ab da lieber mit Postit gekuschelt und geschnäbelt, mich gab es in deinem Leben gar nicht mehr. So hatte ich das Gefühl. Aber das war gar nicht schlimm - ich war glücklich, solange ich sehen konnte, dass du nicht mehr so sehr getrauert hast.

      Woran du schließlich gestorben bist, wissen wir nicht. Eines morgens lagst du mit ausgebreiteten Flügelchen auf dem Käfigboden. Der Tierarzt meinte, du hättest dich wahrscheinlich erkältet ... wovon wir aber nie etwas gemerkt haben. Du warst so ein tapferer kleiner Kerl.

      Heute bist du noch immer in meinem Herzen und in dem deines eigentlichen Menschens, meiner Schwester, natürlich auch.
      Ich liebe dich.


      Postit

      Mein Mädchen,
      du warst mein kleines Sorgenkind. Nachdem Felix starb warst du lange Zeit sehr traurig, wurdest aber auch sehr, sehr misstrauisch mir gegenüber. Obwohl du die Hand im Käfig zuvor noch akzeptiert hattest, hast du mir nun gedroht und nach dem Finger geschnappt, ihn sogar blutig gebissen! Nachdem du irgendwann zwar mit dem Trauern aufhörtest, dein feindliches Verhalten aber nicht besser wurde, haben wir uns professionelle Hilfe gesucht, um dir einen geeigneten Partnervogel zu vermitteln. Und die Antwort war so klar wie merkwürdig: Du würdest keinen neuen Partner akzeptieren. Wahrscheinlich würdest du ihn sogar tot beißen.

      Ich hatte meine Sorgen, ob es okay war, dich alleine zu halten ... zumal du ja noch ganz jung warst. Aber dir schien es zu gefallen. Auch wenn du mir nie nahe standest, du warst imme glücklich. So wirktest du zumindest auf mich. Du hast viel gesungen, bist in der großen Voliere umhergeflogen, hast dich mit Flocke unterhalten ... ihr hattet eine ganz besondere Freundschaft. Mir hast du weiterhin gedroht, wenn ich deinem Gehege zu nah kam und den Freiflug hast du verweigert. Wenn ich die Voliere aufgelassen habe, kamst du nie raus. Nichtmal, wenn ich den Raum in der Zeit verlassen habe.

      Wenn ich weit weg war, hattest du aber kein Problem mit mir. Zumindest kein großes. Du hast auf meine Gesänge geantwortet und auch darauf, wenn ich mit dir gesprochen habe. Du hast Musik geliebt und hast immer laut mitgesungen, wenn ich welche angemacht habe.

      Warum du schließlich gestorben bist ... weiß ich nicht. Dein Tod war genau so mysteriös wie der von Felix. Bei dir stelle ich mir gerne vor, dass du entschieden hast, zu gehen. Krank warst du nämlich nicht. Vielleicht warst du es schließlich doch Leid, alleine zu sein ... und wolltest einfach wieder zu deinem Felix? Ich weiß es nicht. Ich hoffe auf jeden Fall, dass es dir trotz allem bei mir gut ging.

      Hoffentlich kommst du auch mit Yoshi gut klar und ihr zwei streitet nicht zu viel um Felix!
      Und esst nicht zu viel Kolbenhirse, sonst werdet ihr dick. Aber von mir lässt du dir ja sowieso nichts sagen, nicht wahr?

      Ich habe dich immer geliebt. Trotz deiner sehr ... eigenen und abweisenden Art.