Traumatisierte Nymphies zähmen

    • Traumatisierte Nymphies zähmen

      Ich habe 2 Nymphies ( Butschie 2 Jahre& Rocky 9 Monate) geschenkt bekommen.
      Ihr Vorbesitzer war Schwerer Alkoholiker, feierte laute Partys, Zigarettenqualm, Musik auf Vollanschlag, die Nymphies mittendrinn. Habe sie seit 10 Tagen, sie haben immernoch Panik vor mir. Es ist nicht hilfreich, dass ich sie vor 8 Tagen nach dem Freiflug mit dem Käscher einfangen musste. Rockys Schreie haben mir dass Herz zerissen. Habe sie deshalb nicht mehr rausgelassen.
      Wie kann ich sie wenigstens soweit zähmen, dass sie mir auf den Finger hopsen um sie wenn nötig aus und in den käfig zu setzen und wenn nötig vom tierarzt untersuchen zu lassen.Mehr will ich doch gar nicht. Kein traumatisches fangen und zurückweichen. Kann erst im sept. Okt. Eine 3m×1,5m×2m Voliere bauen.
    • Naja, die wenigsten Nymphies werden so zahm, dass sie freiwillig auf den Finger bzw. ein Stöckchen gehen. Von meinen 11 macht das keiner. Allerdings habe ich es auch noch nicht mit Clickertraining versucht. Vielleicht ist das ja eine Möglichkeit bei deinen beiden. Dazu müssen sie sich aber erst mal sicher fühlen.
      Also erstmal Vertrauen aufbauen. Leise mit ihnen sprechen. Ruhige Bewegungen beim Futterwechsel.
      Wenn sie sich in ihrem neuen Zuhause sicher fühlen, nehmen sie das keschern auch nicht übel. Meine muss ich auch keschern wenn es zum TA geht. Trotzdem kommen sie noch am gleichen Tag wieder in meine Nähe.
      Hier mal ein Link zum Thema Clickertraining: Clickern & Vertrauen
    • Ich kann Marion nur beipflichten.
      Meine Motte und Maya sind seit zwei Jahren hier und kommen nicht auf meine Hand. Wenn es ihnen genehm ist, nehmen sie mir Futter aus der Hand.Motte setzt sich auch mal auf meine Knie.
      Motte hatte innerhalb kürzester Zeit heraus, auf ein Stöckchen zu steigen (Stöckchentaxi) und sich damit in den Käfig tragen zu lassen.
      Bei Maya muss man manchmal etwas warten.

      10 Tage in neuer Umgebung sind noch nicht viel
      Stell den Käfig so, dass sie eine Wand im Rücken haben und Du nicht auf sie herabschaust. Das gibt Sicherheit.
      Sei in der Nähe, aber nicht zwingend mit ihnen beschäftigt.
      Sie haben schon regelmäßigen Freiflug, wollen aber nicht immer hinein, wenn sie es sollen?
      Sorge dafür , dass sie gut dort landen können und gern hineingehen.

      ich weiß nicht, ob jemand ein Patentrezept hat, ich nicht. Das Motte das Stöckchentaxi akzeptiert , ist prima. Maya pokert. Wenn ich mich dann tatsächlich drauf einstelle, dass sie draussen schlafen wird, Schlafensvorbereitungen treffe, einen Teil des Lichts ausschalte, hängt sie plötzlich neben der Klappe und wartet, dass ich sie öffne und sie hineinkann.

      Ich gebe zu, das ist alles nicht unendlich hilfreich.
      aber mehr fällt mir im Moment nicht ein. Hab Geduld. Dass Du sie nicht frisst und ihr Körnchengeber bist, werden sie merken. Wieviel Vertrauen, wieviel Nähe sie ab dieser Erkenntnis zu Dir aufbauen, das lässt sich nicht vorhersagen.

      Mit Klickern habe ich leider auch keine Erfahrung.
      Die Chaostruppe: Momo :flug: Mumm :flug: Merlin :flug: Motte :flug: Maya :flug: und ihre Federlose
      Unvergessen: Murmel, Tweety, wo immer Ihr seid - Lucky :engel: 2015?-2016, ewig im Herzen <3 Merline :engel: (2005-2013) <3
      Und in entsetzlicher Sorge um den entflogenen Minim im Überlebenskampf ;(
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      Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast
      Saint-Exupéry
    • Danke für Deine schnelle Antwort.
      Der Käfig steht zwar zwangsweise neben dem Fernseher. Der ist aber aus Rücksicht sehr leise. Und statt wie sonst immer, jetzt selten an. In der Stube wird auch nicht mehr geraucht. Ich rede leise mit ihnen trotzdem ängstigen sie sich vor mir.
      Paar Fragen, bin noch ein greenhorn.
      -- Warum krallt sich butschie am ast fest und flattert wild mit den flügeln? Als würde er fliegen.
      -- Warum schreit rocky so und hört erst auf wenn ich bis zu 5 mal alle meine entchen pfeife. Kein witz!!!
      --- mausern sie sich mit 2 jahren / 9 monaten?
      Weil sie oft ihre federn bearbeiten. Der 2 jährige hat sogar eine große feder verloren.
      --warum beißt der junge den alten der versucht auszuweichen und in notwer zurückbeißt?
      -- Kuscheln auch männchen ab und zu?
      -- Dürfen sie wirklich kein stroh in der wühlkiste, weil es pickt?
      -- Wühlkiste: Heu. Hirse. Reis. Reiswaffeln. Ok?
      -- Ist kaninchen usw. streu giftig? ( tanne. Kiefer oder weichhölzer)
      -- bin ich ihnen zu leise?
      -- wenn ich nicht im raum bin ist der 2 jährige aktiv und zwitschert sogar mal sonst eher nicht.
      -- Beim ausflug kam der 2 jährige nur raus weil er sich erschrocken hat. Bleibt dann auf einer stelle sitzen während der 9 monatigere auf dem käfig rumkrakzelt.
    • Leinwandmesser schrieb:




      --- mausern sie sich mit 2 jahren / 9 Monaten?
      die Sittiche mausern sich in der Regel mindestens einmal pro Jahr (das hat mit ihrem Alter nichts zu tun … der Verlauf kann sich natürlich im Alter verändern) ...und wenn der 9 Monate alte Nymphe mausert, ist das seine erste, die sogenannte Jungmauser, nach der er in etwa sein erwachsenen Gefieder hat… dann kann man möglicherweise sein Geschlecht bestimmen (das gilt nicht für alle Farbschläge!).
    • Leinwandmesser schrieb:



      --warum beißt der junge den alten der versucht auszuweichen und in notwer zurückbeißt?
      -- Kuscheln auch männchen ab und zu?
      Nymphensittiche .. auch wenn sie sich ganz gut verstehen.. kabbeln ganz gern mal und dazu gehört es, dass sie sich anfauchen oder auch mal nach dem anderen hacken. Blutige Kämpfe allerdings sollte man ernst nehmen, denn die gehören nicht zum allgemeinen Umgangston!

      auch zwei männliche Tiere können sich gegenseitig mal kraulen… vor allem dann, wenn keine Hennen zu haben sind ;)
    • Ui, viele Fragen.
      Mausern
      Auch erwachsene Nymphen mausern - Wechsel Sommer-/Wintergefieder. Da werden zum Teil auch die großen Federn erneuert. Ist zum Teil dann auch so eine Art "Reparatur" des Gefieders. Die Jugendmauser beginnt mit 4 bis 6 Monaten.

      Beißen
      Beißt der junge tatsächlich? Oder droht er nur? Das Nymphies ihr Mit-Nymphen mit geöffnetem Schnabel "bedrohen" ist normal. Damit will Nymph klarmachen: Mein Futter, mein Sitzplatz oder Rück mir nicht so arg auf die Pelle. Manche Nymphen sehen das dann ein und manche drohen halt zurück. Bei uns gibt es dann manchmal Schnabelgefechte. Sind aber harmlos und es wird nur Schnabel gegen Schnabel geschlagen, keine Bißwunden.

      Wühlkiste
      Heu, Hirse, salzfreie bzw. salzarme Reiswaffel sind okay. Stroh dürfte eigentlich kein Problem sein. Reis meinst du gepuffter Reis? Der geht auch.

      Das der eine Hahn aktiver ist und singt wenn du nicht im Raum bist, kann daran liegen, dass er sich dann sicherer fühlt.
    • Hallo,
      bei traumatisierten Vögeln darfst du erst mal nicht viel erwarten! Sie werden meisten gar nicht mehr zahm ! Sie vergessen das Ganze nicht so schnell!
      Ich bin ein Kescher-Gegner! Ich dunkle ab und nehme meine mit der Hand und benütze dann ein kleines Tuch bei solchen Tieren! Mache dann hell und setze vorsichtig den Vogel auf den gewünschten Platz ab. So erfolgt bei mir auch die Medigabe oder Krallenschneiden. So ist die Hand selbst nicht das Schlimme für sie.
      Auch Männliche kuscheln miteinander. Das Flattern mit festklammern am Ast machen sogar ab und zu meine mit 24 h Freiflug. Das viele Putzen einfach mal beobachten, kann auch Nervosität sein, schauen ob es zum Rupfen ausartet. Wenn die Nymphies allein rauskommen, würde ich ihnen Freiflug lassen, lieber mal ne Nacht draußen schlafen lassen und Nachtlicht einschalten. Zum Fressen werden sie schon wieder reingehen! Biete Kohi außerhalb erst mal von Hand an, eine Weile warten, wenn sie nicht fressen Kohi befestigen und einen Schritt zurücktreten. Das immer wieder mal wiederholen, vielleicht nehmen sie es an.
      Bei Vögeln von alkolisierten Vorbesitzern beobachten, ob bestimmte Dinge Angst machen. Zb Angst nur bei rechte Hand oder linke Hand , wenn man selbst aus der Flasche trinkt oder auch Brille, Kleidungsfarben, Mütze... .
      Bei Streu nehme ich Maisstreu, wenn ich einen Vogel in einem Wohnzimmer oder Küche halten würde, da dieses den Geruch super aufnimmt, die körner gern von den Vogels zerkleinert werden, aber sondt auch die Eigenschaften von Bucheholzstreu hat. Wenn meine mausern lege ich Heu in die Ecken des Zimmers/Käfigs damit nicht alle federn in der Gegend rumfliegen!
      Hilft das etwas?
    • Hallo, gar kein Grund zum Entmutigt sein. Meine Lena war menschenbezogen und hatte aber einige solcher traumatisierten Macken.Ich konnte ich innerhalb von ein paar Monaten in den wichtigsten Dingen resozialisieren.
      Es muss ja gar nicht sein, aber wenn du drauf achtet, kannst du deinen Vögeln helfen, bzw ihnen einfach Ängste ersparen.
      Du hast hier eine super Chance, den Vögeln so viel Gutes zu tun!Das ist ein prima Gefühl, wenn sie dir das dann durch ihre Verhaltensänderung auch zeigen.
      Ich liebe diese Herausforderungen und dann auch die Genugtuung, wenn sie dann plötzlich aus der hand fressen oder einem sogar anfliegen, das Köpfchen hinheben, auch wenn sie sich nicht streicheln lassen!
    • Leinwandmesser schrieb:

      Brille, Kleiderfarben usw ist natürlich entmutigend.
      Das ist etwas, worauf man bei allen Nymphen ein Stück weit achten sollte, ob traumatisiert oder nicht.
      Viele Nymphen fürchten sich vor grellen Farben, aufdringlichen Mustern, gestreift, kariert.
      Ich bin jemand, die sich recht eintönig dunkel kleidet. blau, grau schwarz.
      Komme zu den Vögeln: Panik. Ich weiß nicht was los ist. bis ich sehe: Ich hab eine Leggins an, die nicht ganz schwarz ist, sondern ein schwaches aufgedrucktes weißes Muster hat. Raus aus dem Zimmer, einfarbige Hose an, alles wieder gut.
      Schwierig wird's dann bei Besuchern.
      Auch dafür ist es gut, wenn sie möglichst viel Freiflug haben. Wenn sie sich vor was fürchten, fliegen sie in die oberste Ecke des Zimmers, da ists am sichersten.
      Im Käfig, wenn gar noch wer gefährlich gewandetes sich davor auf baut und sie anschaut, fangen sie auch bei mir an, panisch zu werden.

      Leinwandmesser schrieb:

      --warum beißt der junge den alten der versucht auszuweichen und in notwer zurückbeißt?
      -- Kuscheln auch männchen ab und zu?
      Behalte im Auge, ob es eine harmlose Kabbelei ist, oder für einen der beiden Dauerstress. Der jüngere ist grad voll in der Pubertät, das ist auch bei Nymphen nicht immer einfach. Schau, dass von den Dingen, um die gekabbelt wird, 2 Dinge da sind, Futternäpfe, Wassernäpfe , Spielzeug.
      Ich will Dir keine Angst machen, die harmlosen Kabbeleien sind das Normale. Aber ich hatte zwei, bei denen mir diverse Experten sagten, das sei normal und es war es nicht. Merlin hat Mumm so getrieben, dass der nicht mehr zur Ruhe, zum Fressen kam und mehr und mehr abnahm. Erst der Tierarzt hat dann gesagt, trennen. Wie gesagt, das ist die Ausnahme von der Regel (und hat natürlich auch eine Vorgeschichte) Wenn sie sich mal um etwas streiten und dann wieder vertragen , ist es gut. Wenn einer nur untergebuttert oder gemobbt wird nicht.
      Und ja, ich habe hier ein echtes Hahnenpaar.

      Leinwandmesser schrieb:

      -- Warum schreit rocky so und hört erst auf wenn ich bis zu 5 mal alle meine entchen pfeife. Kein Witz
      Meine Hähne reagieren auch sehr auf Pfeifen und geben dann melodischere Töne von sich - ich musste es erstmal lernen dafür.
      Schreien heißt oft, dass der Nymph eine Antwort erwartet, vom andren Nymph, vom Mensch.
      Es ist aber schwierig, den richtigen Umgang damit zu finden. Mit einer bestimmten Reaktion aufs Schreien lernt der Vogel auch, dass er fürs Schreien Aufmerksamkeit bekommt, dass man drauf reagiert.

      Leinwandmesser schrieb:

      Der Käfig steht zwar zwangsweise neben dem Fernseher. Der ist aber aus Rücksicht sehr leise
      Direkt neben dem Fernseher ist sicher nicht ganz glorreich. Eine leise Geräuschkulisse kann aber schon auch beruhigend wirken. In der Natur ist es ja auch nur dann ganz still, wenn der große Raubvogel kommt.
      Ich hatte dafür eine Zeitlang leise das Radio an - aber keinen Musiksender, sondern nur gesprochne Berichte, schön gleichförmig.

      Was in dem Zusammenhang auch noch wichtig ist: Nymphen brauchen 12h Nachtruhe. Müssen sie mit weniger auskommen, überdrehen sie leicht wie übermüdete Kinder.

      Freiflug sollte etwas Regelmäßiges und Zuverlässiges sein - auch wenn Du zuerst warten musst, dass sie wieder reingehen.
      Wenn sie lernen, dass sie nach einem Freiflug (der evt für Dich länger als geplant war) hineingehen, und dann müssen sie mehrere Tage drin bleiben, dann werden sie sich hüten, beim nächsten Mal reinzugehen.
      Wissen sie, sie kommen regelmäßig heraus, dann fällt es ihnen auch leichter, hineinzugehen.
      Hoffentlich konnten wir alle Dir ein bißchen helfen.

      Es ist ein große Aufgabe, die Du da hast, aber wie Pips schon sagte, auch eine lohnende.
      Sag, wie wir Dir weiter helfen können.
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    • Runterladen ist leider nicht- hab sehr begrenztes Surfvolumen.
      Aber ich hab reingehört und kann mir gut vorstellen , dass solche meditative Musik ganz im Hintergrund gut ist, dass sie zur Ruhe kommen können.
      Und die Reaktion von deinem "Puber-Tier" Rocky spricht ja auch Bände.
      Schön, dass du offenbar das Richtige gefunden hast.

      Und Du darfst gerne weiter fragen (nur manchmal gibt's halt auch Fragen, die sind schwerer zu beantworten) oder auch berichten, wie sich die beiden weiter einleben.
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    • Hallo Ihr Lieben.
      Danke für Eure Antworten paar Fragen:
      --:Dürfen die Nymphies wirklich kein Stroh in der Wühlkiste haben, weil es sie piekt und verletzt?
      -- wieviel Gramm Salz/Zucker/Fructose darf in den puffreiswaffeln sein, als höchstwert?
      -- In der Futterliste steht,dass nymphies reis essen dürfen, was ist gemeint,roher oder gekochter?
      -- Welche Zweige von welchen Obstbäumen dürfen sie fressen? Wenn sie kirsche nicht essen dürfen, dürfen sie dann trotzdem Kirschzweige fessen ?
      -- Welche zweige von welchen Laub und Nadelbäumen dürfen sie dressen?
      -- Dürfen sie streu von weiichhölzern ? Nadel) haben?
    • Ui, das ist einiges. Ich versuchs mal:

      Leinwandmesser schrieb:

      --:Dürfen die Nymphies wirklich kein Stroh in der Wühlkiste haben, weil es sie piekt und verletzt?
      Wegen pieken und verletzen hab ich da noch nichts gehört. Es gibt ja auch diese Hafer- und Weizenrispen, deren Stengel auch nichts andres als Stroh ist. Das wichtigere, was aber auch für Heu gilt, ist, dass es nicht muffig sein darf, also verschiedene Schimmelsporen drin sitzen können. Das Atmungssystem der Vögel ist da sensibler als das von Säugern, und auch bei Nymphen kann es Aspergillose gben, also den Schimmelpilzbefall der Atmungsorgane, bei der sich regelrechte Pilzrasen in den Luftsäcken bilden können . Gerade bei Deinen, die schon durchs Rauchen des Vorbesitzers geschädigte Atem wege haben können , wäre das fatal.

      Das zu therapieren ist mühselig (Inhalationen) und die innerlich angewandten Pilzmittel ind nicht so furchtbar bekömmlich.

      Ich denke, gegen qualitativ gutes Stroh ist nichts einzuwenden - aber sowwohl bei Heu als auch Stroh musst Du sehr darauf achten, dass es nicht muffig oder klamm ist oder undefinierbare Stäube enthält.

      Leinwandmesser schrieb:

      -- wieviel Gramm Salz/Zucker/Fructose darf in den puffreiswaffeln sein, als höchstwert?
      Oh, Puffreiswaffeln. Die meisten sagen, sie dürften sie überhaupt nicht haben.
      Wenn Du die in Natur nimmst, ohne Zucker-und Salzzusatz , ist es auf der Ebene o.k. *
      Es gibt aber zwei andre Probleme.
      Das eine ist, dass Reis von Natur aus recht viel Arsen enthält und ihn auf arsenhaltigen Böden noch einmal mehr aufnimmt. Das andere , dass durch den Puffvorgang selber Acrylamid entsteht, das auch nicht gesund ist, das gilt auch für andres gepuffte.

      Ich selber habe Reiswaffeln aber nicht strikt gestrichen, da ich fast kein andres Getreide vertrage und sie selber sehr viel esse, mangels Alternativen. Und mein Momo ist wild darauf und bekommt so dann doch immer mal etwas ab.

      Wie ungesund sie sind, hängt vom Hersteller ab. (Du kannst unter Google die Testergebnisse von Ökotest suchen)
      Beim ersten Test sind alle ausser die von Hipp durchgefallen, beim zweiten hatten Rossmann und Alnatura nachgebessert. Vermutlich, was den Arsengehalt betrifft.
      Weiter komplett durchgefallen sind die von REWE und Dennree , wobei letztere zusätzlich, auch wenn sie als salzfrei deklariert waren, gesalzen waren.

      Bei Rossmann und von Hipp habe ich aber selber (mag vom Geschäft abhängen,) nur gesüßte mit Fruchtgeschmack bekommen, die durch die Fruchtsüße gleichzeitig ziemlich klebrig und pappig wurden. Hier werden sie aber nur in frisch-knusprig geliebt.

      Anders als viele andre verteufele ich sie also nicht komplett, aber man sollte sich über den Arsengehalt und das Acrylamid im klaren sein, (was andre Futtermittel so enthalten, wird man nicht wissen, denn die Reiswaffeln sind ja speziell auf Kleinkindtauglichkeit getestet worden).

      Es hängt auch immer vom Vogel ab, ob er sie nur zu Schnee schreddert oder tatsächlich einiges davon frisst, im zweiten Fall ist bei dder Menge oder der Häufigkeit des Anbietens also Vorsicht geboten

      Leinwandmesser schrieb:

      In der Futterliste steht,dass nymphies reis essen dürfen, was ist gemeint,roher oder gekochter?
      Beides, wobei das obengenannte Arsenproblem halt immer da ist. Man sollte auf den Herkunftsort achten.
      Italienischer Reis ist weniger stark belastet, als, um ein Extrembeispiel zu nennen, der aus Bangladesch, wo weiträumig Böden und Wasser derart arsenverseucht sind, dass viele Menschen dort daran erkranken oder sterben.
      Roher Reis ist im Vogelfutter in Form von Paddyreis enthalten. Viele Nymphen mögen Kochfutter und da kann man auch normalen (ungesalzenen) Reis anbieten (ebenso wie ungesalzene Nudeln, auf die viele Nymphen ganz wild sind.)
      Gerade bei kranken Vögeln scheint gekochter Reis recht beliebt zu sein, Kochfutter insgesamt hat den Vorteil, dass man manche Medikamente untermischen kann, wenn man sicher ist, dass die kleine angebotene Menge auch gefressen wird.
      Es gibt aber auch Nymphen, die Gekochtes ebenso wie weiches Gemüse oder Obst gar nicht mögen, - meine gehören da mit zu.

      Leinwandmesser schrieb:

      -- Welche Zweige von welchen Obstbäumen dürfen sie fressen? Wenn sie kirsche nicht essen dürfen, dürfen sie dann trotzdem Kirschzweige fessen ?
      Obstbaumzweige, wenn sie gut gesäubert und ungespritzt sind, sind eigentlich die idealen Knabberzweige. Und gerade Kirsche . (das einzige , wo ich mir nicht sicher bin , ist Zierkirsche)
      Auch die Zweige mit Knospen und Blüten sind sehr beliebt.
      Dass sie Kirschen nicht essen dürfen habe ich jetzt gar nicht auf dem Schirm - da muss ich selber nochmal auf unsre Infoseite schauen. Wir haben da eine ziemlich gute Futterpflanzendatenbank, entweder man gibt einen Suchbegriff ein, oder man geht die alphabetische Liste durch, wahlweise Deutsch oder Lateinisch (botanischer Name).
      Die Kirschverwandten, die man nicht geben darf, weder Frucht noch Zweige, sind Mandelbaum und Lorbeerkirsche.

      Edit: habe jetzt in die Datenbank geschaut, man soll Kirschen, wie alle Steinobstsorten, nur begrenzt füttern, wegen der Blausäure. Die ist aber in den Kernen enthalten, ich weiß nicht, ob es einen Nymph gibt, der die knackt. Vielleicht ist die Warnung eher für größere Papageien gedacht..........?
      Trotzdem, unglaublich viel Obst sollte man nicht anbieten(vorausgesetzt sie nehmen es überhaupt, viele Nymphen mögen keines, meine nur getrocknete Aroniabeeren, wo sie auch nur die Samen rauspulen), im Gegensatz zu größeren Papageien ist für sie der Zuckergehalt nicht so dolle und kann im Übermaß zu Verpilzungen führen.
      Aber die Menge macht das Gift, natürlich kannst Du ihnen immer wieder auch Obst anbieten, denn eine vielseitige Ernährung ist nunmal die andre Seite und viele Früchte enthalten nunmal wertvolle Wirkstoffe. Besonders an Beerenobst ist dabei zu denken, es entspricht auch am meisten dem , was sie in der Natur finden.

      Leinwandmesser schrieb:

      -- Welche zweige von welchen Laub und Nadelbäumen dürfen sie dressen?
      Wenn Du bestimmte im Kopf hast, schau am besten in unserer Futterpflanzendatenbank nach.
      Auf die Schnelle fallen mir ausser Ostbaumzweigen und den Klassikern Hasel und Weide noch Ahorn und Weißdorn ein (hier besser vorher die Dornen entfernen) - die gibt hier bei uns am reichlichsten. Gerade bei letzteren sind auch die Blütenknospen (leider grad vorbei) sehr beliebt.

      Nadelbäume, das ist ein umstrittener Bereich. Es gibt Leute, die verfüttern frische Tannen-und -Fichtentriebe und haben keine negativen Folgen festgestellt. Bei mir gibt es immer mal Kiefernzapfen, vorausgesetzt sie sind nicht verharzt.

      Das ist nämlich eins der zwei Probleme: Nadelbäume und besonders frische Zweige davon können sehr harzen, was zu Kropfbeschwerden führen kann.
      Und sie enthalten ätherische Öle, von denen ein Zuviel schleimhautreizend wirken kann.

      Selbst wenn man ab und an mal harzfreie frische Triebe in kleinen Mengen verfüttert - wovor man sich hüten sollte, ist , im Winter gekauftes Tannengrün oder Tannenbäume anzubieten.
      Das ist Plantagenware, die einerseits, weil Monokultur, gegen Schädlinge gespritzt ist, andererseits können noch zusätzlich Stoffe zur Verwendung kommen, die das Nadeln verzögern.

      Nur etwa zwei Prozent der Weihnachtsbäume kommen aus Bioproduktion.

      Anders ists natürlich, wenn man einen Garten hat, und weiß, das ist unbehandelt. Harzig darf es trotzdem nicht sein, und wegen der ätherischen Öle, sollte man weiterhin sehr vorsichtig sein.

      Leinwandmesser schrieb:

      Dürfen sie streu von weiichhölzern ? Nadel) haben?
      Ich denke, das wird aus abgelagertem Holz gemacht, sodass da die Harzgefahr nicht so groß ist.
      Ich hatte kürzlich auch mal eine klassische Kleintierstreu, und hab mich da geärgert, dass nicht draufstand, aus welchem Holz. Da es auch als Nistkasteneinstreu empfohlen wird, kann es nicht ganz schlecht sein, allerdings gibt's da auch Berichte von Küken, die von diesen Spänen dann welche als Fremdköper im Kropf hatten.
      Normalerweise habe ich statt Einstreu Küchenpapier drin, aber bei meinem Oberschredderer und seinem Partner wird auch das zerlegt. Eine Zeit hat er Korkstücke zuverlässig zu Korkeinstreu zerlegt, ich hab jetzt wie Pips auch, die Maisspindeleinstreu für ihn entdeckt.

      Die meisten benutzen Buchenholzgranulat, einige auch Hanfeinstreu.
      Die Chaostruppe: Momo :flug: Mumm :flug: Merlin :flug: Motte :flug: Maya :flug: und ihre Federlose
      Unvergessen: Murmel, Tweety, wo immer Ihr seid - Lucky :engel: 2015?-2016, ewig im Herzen <3 Merline :engel: (2005-2013) <3
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      Saint-Exupéry
    • Liebe Karine.
      Danke dass Du Dir soviel mühe gemacht hast mit der Antwort. Dass einzige von Dir beschriebene Streu was ich hier bekommen kann ist ein 24 kg schwerer Hanfstreuballen.
      Aber kann er nicht auch von schimmelpilzen befallen sein? Heu und Stroh habe ich gestrichen. Wie siehts aus mit weißen papierschnipsel?
      Ich brauch was für die scharrkiste.
      Statt stroh und heu. Sonst kommt da nur hirsefutter, saaten mit sonnenblumenkernen und grit rein mehr weiß ich nicht.
    • Doch, bei Hanfeinstreu hat es auch schon Schimmelprobleme gegeben.
      Ich fürchte, Du hast mich falsch verstanden:
      Wenn Du Heu und Stroh in guter Qualität bekommen kannst, sprichst auch nichts dagegen.

      Ich wollte da nicht gegensprechen, sondern nur sagen, worauf Du achten musst.

      Denn sicher ist das attraktiver als Papierschnipsel.
      Selbst da gibt es Kritiker, die sagen, der Herstellungsprozess von Papier sei chemisch zu belastet. - allerdings raten einige vogelkundige Tierärzte gerade zu Papier anstatt Vogelsand als Bodenbelag und halten es auch geeignet zum Schreddern.
      Ich finde nicht, dass etwas gegen Papierschnipsel spricht, aber wenn Du Heu oder Stroh in guter frischer wohlriechender Qualität bekommst, würden sich die Vögel darüber sicher mehr freuen.

      Und hinein? Nicht zuviel, sie sollen ja auch suchen müssen. Bei Hirse sind die einzelnen Gnubbel der Kolbenhirse besonders beliebt.

      Saaten sollten ohne Sonnenblumenkerne sein. Mal als einzelner Leckerlie sind die möglich, aber sonnenblumenkernhaltige Futtermischungen sind in der Regel zu fett - da bekommt man bei Nymphen schnell Leberprobleme.

      Und bedenke, wenn sie sich draussen zu sattfuttern, ist es uninteressanter, nach dem Freiflug nach Hause zugehen.

      Was man gut noch in die Wühlkiste tun kann, sind verschiedne getrocknete Kräuter die man in Vogelfuttershops bestellen kann (z.B. Vogelmiere, Hirtentäschel, Löwenzahn etc., verschiedene Blüten.....) teilweise aber auch in Nagerabteilungen von Zoohandlungen bekommt.
      Selbst in meinem Drogeriemarkt ums Eck gibt's für Kaninchen und Meerschweinchen getrocknete Löwenzahnblätter im Mix mit getrockneten Ringelblumenblüten. Das ist gesund, wenn sies schreddern und Leckerbissen kann man auch gut dazwischen verstecken.
      Aber das ist nur ein Beispiel. Es gibt wirklich einiges an Kräutern für Nager oder speziell für Vögel, was Du verwenden kannst.
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