24jähriger Hahn in Einzelhaltung - wie kann es weiter gehen

    • 24jähriger Hahn in Einzelhaltung - wie kann es weiter gehen

      Hallo zusammen.
      Ich bin ganz neu hier, weil unsere Familie (Mama, Papa, 6monate altes Baby und ehemaliger
      Straßenhund) kurzfristig um ein Mitglied größer geworden ist. Seit gestern wohnt ein mindestens 24jähriger Nymphensittich Hahn bei uns und nun hoffe ich auf umsetzbare Ratschläge von euch, da die Situation ein tierisches und menschliches Dilema ist.

      Wie es dazu kam, versuche ich euch kurz zu schildern.
      Mein Mann bekam als Kind vor 24 Jahren vier Nymphensittiche. Diese hatten den ganzen Tag Ausflug in seinem Kinderzimmer und haben ihn quasi seine Kindheit über begleitet. Bereits zu dieser Zeit war immer ein Spiegel im Käfig angebracht :bang: Man wusste es eben nicht besser :wein: Mit der Zeit verstarben zwei der vier. Als mein Mann auszog und zur Bundeswehr ging, blieben die zwei Nymphensittiche bei seinen Eltern. Dort hatten sie dann immer weniger Ausflug und mit der Zeit wurde der Hahn immer aggressiver gegenüber dem zweiten, bis dieser vor Jahren auch verstarb ;(
      Der letzte Nymphi blieb also dort mit seinem Spiegel und irgendwie war mein Mann sich sicher, dass es ihm doch gut geht :wand:
      Nun sind viele Jahre vergangen und wir wohnen wieder in der Nähe seiner Eltern und haben mehr Kontakt zu ihnen. Als wir sie vor kurzem besuchten, konnte wir beide nicht ertragen, was wir hörten und sahen. Der mittlerweile mindestens 24jahre alte Nymphensittich saß den ganzen Tag allein im Büro in seinem Käfig neben seinem Spiegel. Als wir das Zimmer betraten fing er aufgeregt an zu zwitschern. Uns brach es das Herz. Als mein Schwiegervater dann erzählte, dass sie nicht oft im Büro wären, weil der Vogel so laut sei und er ja soviel Dreck und Arbeit machen würde, war sofort klar, dass wir ihn dort weg holen müssen. Womit wir aber nicht gerechnet hatten war, dass meinen Schwiegerelten das überhaupt nicht recht war. Sie versuchten es uns regelrecht auszureden, den Vogel mitzunehmen. Nun, wir haben mit Engelszungen auf sie eingeredet und mit dem Versprechen ihn nicht wegzugeben, konnten wir ihn mitnehmen. Soweit so gut. Oder doch nicht? :hae:

      Die Fakten:
      Er sieht für sein Alter und die Bedingungen recht gut aus. Das Gefieder ist nicht gerupft. Allerdings wirkt er recht schmal an der Brust, was sicherlich mit der fehlenden Muskulatur zu tun hat. Seine Krallen sind ein Desaster. Die vorderen sind gut 1-1,5 cm lang :motz: Hierzu habe ich mir vorgenommen, dass wir sie mit der Zeit Stück für Stück langsam kürzen, da ich befürchte, dass die Blutgefäße und Nerven schon recht weit eingewachsen sind.
      Ansonsten sitzt er die meiste Zeit neben seinem Spiegel. Gegen Abend versucht er natürlich diesen zu knabbern und hält den Kopf hin um selbst geknabbert zu werden ;( das bricht mir fast das Herz. Dementsprechend aggressiv reagiert er auch, wenn man in den Käfig greift. Er will seinen Partner verteidigen. Soweit zu tierischen Dilema.

      Jetzt wäre es sicherlich das klügste, einen Schwarm zu suchen und den alten Knaben dort versuchen zu integrieren. Wäre da nicht die "menschliche" Seite. Meine Schwiegereltern kommen uns nun wöchentlich besuchen und würden es uns wirklich übel nehmen, wenn wir den alten Kerl auf seine alten Tage abschieben. (Sensibles Thema bei alten Leuten ) Ich habe ihnen versucht zu erklären, dass es ihm mit dem Spiegel gar nicht gut geht, aber sie sind einfach nicht in der Lage das zu verstehen. Ich denke ihr kennt diese Sicht von unwissenden Haltern zur Genüge.
      Die andere naheliegende Lösung wäre natürlich, dass wir hier bei uns einen Schwarm aufbauen. Aber da möchte ich ehrlich sein, da bin ich diejenige die sich damit nicht anfreunden kann. Ich hatte als Kind ein Nymphensittichpaar. Ich habe mich nie daran gewöhnen können, wenn sie umher fliegen. Dazu kommt unser Hund, den ich quasi den halben Tag aus unserem Lebensmittelpunkt aussperren müsste, denn er würde die Vögel bei Freiflug jagen. Ein extra Vogelzimmer können wir aus Platzgründen nicht einrichten.
      Es ist für mich völlig selbstverständlich, dass wir versuchen, dem alten Knaben seinen Lebensabend so schön wie möglich zu gestalten. Ein neuer deutlich größerer Käfig mit artgerecht Einrichtung ist unterwegs. Ich würde ihm auch gerne eine ältere Henne, die vielleicht auch nicht mehr fliegen kann, dazu setzen. Aber alle (außer mir) sind sich sicher, dass er seinen Spiegel nicht eintauschen wird. Den kann ich ihm nach 24 Jahren aber auch nicht einfach wegnehmen. Dann geht er am Ende vor Trauer ein ;(

      Soweit unsere schwierige Situation. Ich weiß, wie die optimalste Lösung aussehen würde. Aber seht ihr irgendeine, unter den speziellen Bedingungen, akzeptable Lösung, dass er bei uns bleiben kann und es ihm trotzdem so gut wie möglich geht? :klug: Wäre für Beiträge von euch erfahrenen Haltern, die Vögel aus solch schlechter Haltung kennen, sehr dankbar. :danke:
      Edit: noch ein Bild vom Kerlchen. Alle behaupten es sei ein Hahn. Was sagt ihr dazu?

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Minc4 ()

    • Oh schwierig.
      Ja das ist ein wildfarbener Hahn, und wenn er derart auf das Spiegelbild fixiert ist, dann käme nicht irgendeine Henne als Partnervogel in Frage, sondern am ehesten ein ebenfalls wildfarbener Hahn - am besten einer, der davor auch mit Hähnen vergesellschaftet war, was gar nicht soooo selten ist, gerade bei so sehr alten Hähnen, weil die Hennen eben nicht ganz so alt werden.
      Und sobald er was mit diesem Hahn anfangen kann, der sein lebendiges Spiegelbild ist, muss der Spiegel weg, sonst gibt es Komplikationen. Ja, ich denke, er sird ohne Spiegel leben können, wenn sein Spiegelbild lebendig wird.

      Es gab mal die Geschichte von einem 30-jährigen Hahn, der sein Leben bis dahin auch nur in Einzelhaltung verbracht hat, und in einen Schwarm kam. Er hat dort sofort und nur die wildfarbenen Hähne angebalzt. Warum?
      Er war selber ein wildfarbener Hahn und ich wette drauf, er hatte auch einen Spiegel als "Partner". Also war er geprägt auf die Sorte Nymph, die er bis dahin nur im Spiegel gesehen , geliebt hatte, einen wildfarbenen Hahn, und plötzlich hat einer dieser Hähne geantwortet, reagiert.........


      Ich weiß nicht, wie flugfähig der alte Knabe noch ist, (wenn er nur im Käfig gesessen hat, wird ers erstmal wieder lernen müssen) aber wenn er es noch ist oder werden kann , dann darf er nicht ohne Freiflug gehalten werden. Ein Vogel, der fliegen kann, muss auch fliegen dürfen, und das ist auch in einem etwas größeren Käfig nicht möglich.
      Selbst wenn er nicht mehr fliegen kann, sollte er Bewegungs-und Entdeckungsmöglichkeiten (dann behindertengerecht mit Seilen und Leitern) ausserhalb des Käfigs haben.

      Das muss bei einem Senior wie ihm vielleicht nicht mehr rund um die Uhr sein, und bei einem Freiflug im nicht reinen Vogelzimmer muss ohnehin immer ein Mensch zum Aufpassen mit bei sein.
      Aber ihn weiter nur im Käfig zu lassen, bei geringer Verbesserung der "Haftbedingungen", habt Ihr in dazu fortgeholt?

      Wenn Du einen fliegenden Vogel nicht ertragen kannst, dann ist Dir das unbenommen.
      Einer Freundin graut auch bei der Vorstellung, einer der Vögel könne bei ihr auf dem Kopf landen - dann müssen wir uns halt woanders treffen.
      Und ich kann keine Spinnen ertragen, aber ich würde dann auch niemandes Vogelspinne ein dauerhaftes Zuhause bieten können.

      Wenn Du einen fliegenden Vogel nicht erträgst, und selbst wenn er dauerhaft flugunfähig sein sollte, kein "Freigang" wegen des Hundes möglich ist, dann musst Du Dir eingestehen, dass bei Dir nicht der richtige Ort für diesen Vogel ist.

      Das klingt jetzt hart, aber was würdest Du von jemandem denken, der einen Hund nur in der Wohnung und nur in einem Zimmer hält? Mit Katzenklo und ohne jeden Gassigang? Auch wenn der Hund alt wär und nicht mehr so toben könnte.............Macht es da so einen großen Unterschied, ob es ein 6- oder ein 12qm-Zimmer ist (jetzt als Vergleich zur Käfiggröße)?

      Überleg es Dir, ob Du Dich nicht Doch auf einen Vogel , der fliegen darf, einlassen kannst, oder ob Du ihn , wenn das nicht möglich ist , dann doch in ein Zuhause vermittelst, in dem seinen Bedürfnissen - endlich - gerecht geworden wird.

      An den Krallen solltet Ihr besser nicht selbst herumprobieren, die sollte sich ein vogelkundiger Tierarzt anschauen - auch die Füsse (bei diesen Sitzstangen über diesen Zeitraum wäre es kein Wunder, wenn er Sohlenballengeschwüre hätte)

      Ich hoffe, ich habe Euch jetzt nicht zu sehr vor den Kopf gestoßen in Eurer Planung. Es geht mir um das Wohl des Vogels, und wenn Ihr Euch zurückzieht, dann kann ich auch nicht mehr helfen.

      Aber ich muss hier der "Anwalt" des Vogels sein - jemand muss es sein, und ich versuche für ihn zu sprechen, was er brauchen würde.
      Die Chaostruppe: Momo :flug: Mumm :flug: Merlin :flug: Motte :flug: Maya :flug: und ihre Federlose
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      Saint-Exupéry
    • Hallo Karine,

      ganz großes Danke für deine ausführliche Antwort. Auf deinen Hinweis mit dem wildfarbenen Hahn wäre ich nie gekommen, aber total logisch. Gut!

      Du hast vollkommen Recht. Der alte wird sicher nicht groß flattern. Er würde wohl wenn überhaupt nur am Käfig klettern. Glaube nicht, dass er sich einfach runter plumpsen lassen würde. Wäre also die Überlegung, wie ich damit umgehen würde, wenn der zweite flattern würde.
      Dazu eine Frage. Könnte ich die Vögel für den Freiflug mit in ein anderes Zimmer nehmen? Wahrscheinlich nicht oder? Das wäre dann völlig unbekannt und würde Stress verursachen, oder? Denke an mein Büro. Da könnten sie nicht dauerhaft fliegen, aber es wäre besser als unser Wohnzimmer, wegen Hund und zahlreichen großen Fenstern.

      Hmmm, mein Mann ist ganz begeistert von der Idee mit dem Hahn. Wir müssen dass mal hier in Ruhe diskutieren bzgl Freiflug und meiner Angst und Hund. Wobei Hund ja relativ leicht zu lösen ist, wenn der Freiflug zeitlich begrenzt ist.
    • Schön, dass Du Dir nochmal Gedanken dazu machen möchtest, das freut mich :)

      Minc4 schrieb:

      Er würde wohl wenn überhaupt nur am Käfig klettern. Glaube nicht, dass er sich einfach runter plumpsen lassen würde. Wäre also die Überlegung, wie ich damit umgehen würde, wenn der zweite flattern würde.
      Das ist nicht ganz zwingend gesagt. Im Moment ist seine Brustmuskulatur sicher so verkümmert, dass er nicht kann. Ob er mit Training wieder fluhfähiger würde, lässt sich einfach nicht vorhersagen. Aber selbst wenn nicht, wäre es toll für ihn, wenn er auch ausserhalb des Käfigs Möglichkeiten zum Entdecken und erkunden hätte.
      Wie das genauer aussehen könnte, dazu könnten hier sicher einige etwas sagen, wenn Du Dich dazu entscheiden könntest.

      Doch, das mit dem andren Zimmer könnte schon funktionieren. Natürlich würde ich als Unterkunft, grad dann, wenn sie nicht viel rauskommen, für eine richtig große Volie plädieren.

      Manchmal ist die Wirklichkeit leider anders, und es wird dann doch nur ein Großkäfig - gerade da und bei noch eher (zu) kleinen Volieren gibt es aber viele Modelle, die ein fahrbares Untergestell haben, sodass Du die Vögel auch in ein andres Zimmer rollen könntest.

      Bei Büro, mhm, da müsstest Du schon aufpassen - Nymphen sind Meister im Zerlegen. Spielplätze wie eine Kiste zum Buddeln, ein Kletterbaum, ein Sitzplatz am Fenster zum Hinausschauen und Dinge die nymph eben auch zerlegen darf, von der Papprolle über Korkstücke bis hin zu kommerziellen "Zerstörspielzeugen" könnten vielleicht helfen, den Nagetrieb in eine richtige Richtung zu lenken...............

      Es freut mich, dass Du Dir vorstellen kannst, Dir Gedanken zu machen, wie Du den dann beiden ein Leben nicht nur im Käfig möglich machen könntest - das wäre dem kleinen Mann nach 24 Jahren darin so sehr zu wünschen.

      Es gibt damit sicher schon für Dich vieles zu überlegen.
      Und vielleicht meldet sich ja noch die eine oder andre, die etwas zur Resozialisation von Nymphen aus langjähriger Einzel-und Käfighaltung aus eigener Erfahrung berichten kann.

      Deshalb begnüge ich mich erstmal hiermit und warte auf weitere Fragen und Anregungen, o.k.?
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    • erst einmal HALLO und herzlich willkommen :wink: die karine hat schon vieles erwähnt und ich füge nur noch ein wenig an Gedanken hinzu.
      Ich vermute nämlich, dass der kleine Mann gar nicht allzu schwer zu resozialisieren ist, denn er hatte ja viele Jahre Nymphengesellschaft und wie es scheint, ist er ja nicht auf Menschen geprägt, oder?

      Auch das Fliegen kann er ohne weiteres wieder erlernen (vielleicht kann er sogar jetzt auch fliegen). Das würde ich mir schon erst einmal anschauen… lasst ihn doch mal raus wenn ihr ein wenig Zeit habt und schaut was passiert… ich habe vor ein paar Jahren einen Nymphensittich übernommen, der zu Anfang überhaupt nicht fliegen konnte (er war damals 15 Jahre alt) und es hat nur ca 3 Monate gedauert, bis er der Anführer des Schwarmes geworden ist (auch in Punkto fliegen!!!)

      das Raumproblem und die Schwiegereltern sind sicher das größte Hindernis auf dem Weg zu seinem neuen Glück. Aber ich finde es ganz ganz toll, dass ihr nicht weggeschaut habt und Euch jetzt bemüht, eine Situation zu verbessern :thumbsup: natürlich geht da nicht alles auf einmal … aber am Anfang stehen genau diese Überlegungen, die Ihr Euch jetzt macht!
    • Ich muss mich noch einmal bedanken, wie konstruktiv ihr auf meinen Post reagiert. Das ist nicht selbstverständlich, wie ich leider aus den Themenbereichen Hund und Meerwasser weiß.

      Wir haben jetzt einmal verschiedene Dinge angestoßen, bzw. Überlegungen angestellt.
      Zum einen habe ich mal verschiedene Personen bei Kleinanzeigen angeschrieben, die beispielsweise eine Zucht auflösen, um mal zu sehen, ob sich ältere geeignete Hähne finden. Ich werde auch mal bei den Tierheimen nachhorchen und letztlich (wenn es tatsächlich konkret werden kann) hier ein Gesuch stellen. Wenn das jemand liest, der jetzt schon einen potentiellen Partner für unseren Opa hätte, dürft ihr euch natürlich gerne melden :D

      Dazu schauen wir welche Voliere/Käfig bei uns noch ins Wohnzimmer passen würde und bezahlbar bleibt. Habt ihr Meinungen zum Paradiso 120? 2m Breite wäre natürlich besser, aber das wird hier leider nicht klappen.

      Das Mindeste, was wir jetzt schon an Freiflug realisieren könnten, wäre wenn ich abends ne 3/4 Stunde mit dem Hund raus bin und der Kleine schläft. Dann ist mein Mann hier, der sich damit ja auch besser auskennt, und könnte sie raus lassen. Dazu werden wir noch einfache Gardinen anbringen. Denn wir haben sehr große Fenster, die bislang quasi nackt sind. Da müssen sie ja nicht aus Versehen gegen fliegen. Die einzige Gefahr, die dann noch gebannt werden müsste, ist der Spalt auf dem Hochschrank zur Entlüftung des Kühlschrankes. Da sollte keiner dahinter rutschen :wein:

      Zu der Frage, ob er auf Menschen geprägt ist. Nein, er kennt Menschen und war als Jungvogel handzahm, aber nicht geprägt. Er blüht auf wenn wir da sind und begrüßt meinen Mann mit einem Quietschen, wenn er dessen Stimme im Flur hört. Knabbert sein Futter wenn wir essen. Aber reagiert ansonsten nicht übermäßig auf uns.

      Bzgl Tierarzt muss ich mich mal umhören. Wohnen etwas ländlicher und unsere Tierärztin ist, glaube ich, mehr Hunde und Katzen affin.

      So soweit erst einmal an Tag 2 nach seinem Umzug. Ich bin wirklich gespannt, ob sich ein Partner findet. Damit steht und fällt ja alles weitere.
    • abends zum Freiflug einzuladen ist natürlich nicht sehr sinnvoll… die Vögel sind es ja von Natur aus gewohnt am frühen morgen loszuziehen und das merkt man auch sehr deutlich… da wird geschrieben und gepfiffen und geflogen und geflattert und geflirtet… dann kommt meist ein friedliches Futtern und etwas Putzen und ein kleiner kurzer Schlaf… mittags noch einmal ein "Aufschwung" und gegen Abend nur noch Schlafplatzsuche… wenn sie am Morgen nicht raus können… verzichten viele Zimmervögel oftmals ganz auf den Freiflug…

      ich würde mir wirklich erst einmal anschauen, wie aktiv er wirklich ist ^^
    • Bei unseren klappt es mit dem Abend. Ich bin auch berufstätig und alleine für das Federvieh und unseren Streunerkater zuständig. Dadurch hab ich wirklich Zeit am abend. 30 bis 60 Minuten vor dem Dämmerlicht clickern wir noch une es gibt Futter von der Hand usw. Da haben sie sich schon gut angepasst. Das Dämmerlicht ist 30 Minuten an. Dann ist Schlafenszeit.

      Freiflug und berufstätig kann ich wenig sagen da unsere Vögel vor Jahren beschlossen haben keinen Käfig mehr zu brauchen.....

      Freiflug hört sich bei euch kurz an. Ich weiß nicht wie die Wohnung ist. Aber könnt ihr nicht villeicht auf Dauer zwei Stunden oder so raus holen? Wenn er sich sicher bewegt und später einen Partner hat muss ja nicht permanent einer dabei sein- wenn ds Zimmer vogelsicher ist. Bzw umgekehrt villeicht auch mal den Hund 30 Minuten oder so alleine lassen? Geht da ja nur um ein kurzzeitig aussperren. Ein Tier kannst fu und einrs dein Mann übernehmen. Oder damit ihr nicht so oft getrennt seid ein Tag mehr Hundezeit und einen mehr für den Vogel? Das die Organisation mit zwei Tieren die nicht passen aber Zeit vom Mensch brauchen schwer ist weiß ich. Zum Glück hab ich da wenigstens nicht das Problem Mann.
      gepiepte Grüße von Lore und Hein sowie Adam und Eva! Und den Wellis Käthe, Tayfun, Winni, Michel, Irma und Justus!
    • Das mit dem abendlichen Freiflug ist tatsächlich bei vielen berufstätigen Haltern so - und nicht jeder hat den Luxus eines reinen Vogelzimmers.

      Wichtig ist dann der Rhythmus: Sie brauchen ihre 12 h Nachtruhe dann trotzdem, sonst werden sie schnell überdreht, brutig, und dadurch dann eher biestig .Sie müssen morgens also entsprechend länger schlafen dürfen bei so einer Lösung.

      Eine dreiviertel Stunde Freiflug ist aber einfach ganz extrem wenig. Als ich geschrieben habe, sie müssten vielleicht nicht rund um die Uhr Freiflug haben, hatte ich ein Minimum von 2-3 h im Kopf, das ist oft dann das, was die Vögel berufstätiger Menschen haben - viel ist auch das nicht.

      Was war mit der Überlegung , dass sie (auch) im Büro Freiflug haben dürfen.?

      Das mit den 2 unterschiedlichen Räumen muss dabei nicht einmal ein Drama sein.
      Es gibt ja berufstätige Halter mit Vogelzimmer. Tagsüber fliegen sie im Vogelzimmer, abends wird die Tür aufgemacht, und sie dürfen zusätzlich mit ins Wohnzimmer.

      Ich denke, es gibt noch einige offene Faktoren. Was ist mit Deinem Unbehagen bei freifliegenden Vögeln? Meinst Du, Du könntest dem Charme der beiden erliegen, und das Problem könnte schwinden? Oder würdest Du eher Deinem Mann zuliebe die Zähne zusammenbeißen?

      Der Hund: es gibt nicht wenig Fälle, wo sich Hund und Vögel verstehen oder ignorieren - unter Aufsicht versteht sich, allein darf man sie nie zusammenlassen.
      Es gibt Hunde, denen einfach klar ist, wer Familienmitglied ist und unter ihrem Schutz steht.
      Wäre Freiflug (unter Aufsicht!) möglich, wenn der Hund da ist, wäre natürlich vieles einfacher.

      Trotzdem ist klar, es wäre nicht mehr genau euer vorheriges Leben, und die 2 wären eben nicht einfach nur zusätzlich da, wie, sagen wir, Fische im Aquarium . Sie würden Euer Leben schon auch ändern.

      Der Raum, in dem sie auch fliegen dürfen, muss auch attraktive Orte für sie haben, Spiel-und Landeplätze, Dinge zum Zernagen, (und andre Dinge, die vorm Zernagen geschützt werden müssen ), sie werden auch Eure Aufmerksamkeit brauchen. Sie machen auch Dreck, oft nicht zu knapp.

      Nymphensittiche sind Charaktere, und viele Menschen wickeln sie in ein paar Tagen komplett um die Kralle.

      Aber es ist auch eine wirkliche Entscheidung, ob man mit ihnen zusammenleben möchte, genauso wie die Entscheidung für ein Kind oder die Entscheidung für einen Hund.

      Der jetzige Nymph ist zwar schon 24, es kann sein, dass er nicht mehr unglaublich lange lebt, er kann aber genauso noch 10 bis 12 weitere Lebensjahre haben.

      Die Entscheidung, ob Ihr den dann 2 Nymphen einen (ihnen) entsprechenden Raum in eurem Leben zugestehen wollt, die könnt nur Ihr treffen.
      Bei der Frage, wie das aussehen kann, da helfen wir gerne.
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    • karine schrieb:



      Der Hund: es gibt nicht wenig Fälle, wo sich Hund und Vögel verstehen oder ignorieren - unter Aufsicht versteht sich, allein darf man sie nie zusammenlassen.
      Es gibt Hunde, denen einfach klar ist, wer Familienmitglied ist und unter ihrem Schutz steht.
      Wäre Freiflug (unter Aufsicht!) möglich, wenn der Hund da ist, wäre natürlich vieles einfacher
      da hat die karine natürlich auch recht. Ich habe zwei Hunde und beide lassen die Vögel in Ruhe. Dem einen musste ich es beibringen und er verhält sich ihnen gegenüber heute interessiert und eher fürsorglich (er lässt zB keine fremden Hunde in das Vogelzimmer, wenn sie sich in der Jagdmanier nähern wollen). Der andere (der draußen Krähen und andere Vögel gern mal durch die Gegend scheucht) "sieht sie einfach nicht". Das ist wirklich lustig, er hat vom ersten Tag an so getan, als wären sie nicht vorhanden... auch wenn sie vor seiner Nase herfliegen oder super laut sind etc. - er schaut nicht hin, er bewegt auch die Ohren nicht in ihre Richtung... keine Reaktion :P . Man muss allerdings seine Hunde sehr gut kennen und sie auch richtig anweisen, damit das funktioniert... aber dann kann man sie durchaus in einem Zimmer sein lassen (natürlich niemals allein). Auch ist darauf zu achten, dass es den Vögeln keinen Stress macht!!!
    • Hallo Minc4,
      Ihr müsst auch bei dem ersten Flug bedenken, dass der Kleine eventuell nicht gleich zum Käfig zuruckkommen will. Das erfordert möglicherweise sehr viel Geduld und natürlich auch Zeit. Deswegen wäre es für Euch besser, wenn Ihr das vormittags macht, wenn Ihr frei habt, damit kein Stress entsteht. Das ist wichtig für Euch alle.
      Viel Spaß und Freude mit Eurem kleinen Liebling.
    • Danke für eure Beiträge.
      Nehmt es nicht persönlich wenn ich nicht auf jeden Beitrag besonders eingehe. Ich möchte aber kurz auf Stand bringen.
      Der Kleine ist sehr interessiert an der offenen Käfigtür, hat sich ganz schnell dort hingesetzt, aber mehr passierte nicht. Nach kurzer Zeit ist er wieder rein und hat sich auf seinen Stammplatz zurück gezogen. Heute blüht er richtig auf. Klettert, "brabbelt" und putzt sich ausgiebig. Er frißt sogar Körner aus der Hand meines Mannes. Er scheint sich an ihn sehr genau erinnern zu können <3

      Ansonsten werde ich für den Kleinen versuchen ein neues Zuhause zu finden. In Summe kann ich ihm mit Baby, großem Hund und bestehendem Platzangebot nicht bieten, was gefordert wird, da ich weder Baby noch Hund einschränken möchte.Ich fühle mich mit der Entscheidung zwar nicht gut, aber das ist nicht die Frage.
      Mein Mann ist nicht begeistert von meiner Entscheidung, weil er meint ich würde unterschätzen, wie sehr der Geier den anderen Nymphensittichen damals zugesetzt hat. Aber gut, dass wird dann die Herausforderung bei der Suchen nach einem Schwarm. Ich hoffe, er darf dann bald artgerecht leben.
      Falls hier Kontakt im Rhein-Main-Gebiet bestehen, wäre ich für eine PN dankbar.
      Danke für eure Meinungen
    • Ich glaube, dass das keine leichte Entscheidung war/ ist.
      Gerade auch für deinen Mann, der seinen Kindheitskumpel wiedergefunden hat.
      Gleichzeitig habe ich eine große Hochachtung davor.
      Auch wenn ich denke, das muss nicht in Stein gemeißelt sein. Bis ein geeignetes Zuhause gefunden ist, kann noch etwas Zeit vergehen.
      Zeit, die manchen den Übergangsnymphen so nahe bringt, dass sie in nicht mehr missen wollen.

      So oder so , eines halte ich noch für wichtig:

      Minc4 schrieb:

      ich würde unterschätzen, wie sehr der Geier den anderen Nymphensittichen damals zugesetzt hat
      Ich halte für möglich, dass das da schon dieser vermaledeite Spiegel war. Ich habe von einer ähnlichen Geschichte bei Wellensittichen gelesen.
      Der Partner im Spiegel wurde verteidigt gegen die andren, sie sollten das Feld räumen, damit ein Zusammenleben mit dem Spiegelpartner möglich war.

      Deshalb ist für die Zukunft das wichtig: Der künftige Partner sollte aussehen wie das Spiegelbild. Er sollte selber auf wildfarbene Hähne stehen (kein Vogel aus einer Zuchtaufgabe also)
      Dann, wenn er mit diesem Vogel zusammentrifft, genau dann muss der Spiegel als Konkurrent verschwinden- für immer. Und nicht nur dieser Spiegel, sondern jeder mögliche Spiegel in dem Bereich in dem er mit andren leben wird.

      Wie immer die Geschichte dieses alten Knaben weitergehen wird , (wär schön, davon noch zu erfahren), ich wünsche ihm , dass er noch ein schönes Leben in Liebe oder wenigstens Zuneigung zu einem echten Vogel führen kann.
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      Saint-Exupéry
    • Hallo Minc4,

      noch zögere ich sehr, doch ich habe Dir gerade eine Mail geschrieben. Ich habe hier einen wildfarbigen Hahn, der nur auf Jungs steht und die Mädels sind zum Jagen da. Lass uns mal mailen oder telefonieren. Schau mal in Deine Inbox.
      Grüße von Sylvie & Nymphiebande
      ----------
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